„Wer einen Turm bauen will ...“

Gemeinde
„Wer einen Turm bauen will ...“

Kapellenbausammlungen gehen neuerdings zu 100 % an die Projekte der jeweiligen Vereinigung

Im Gegensatz zu vielen Gemeinden in anderen Erdteilen muss zwar keine Gemeinde in Baden-Württemberg in einem behelfsmäßigen Bauwerk ihre Gottesdienste abhalten. Dennoch sind einige unserer Gemeinden in baulicher Hinsicht leider kein Aushängeschild mehr und wenig einladend, sodass wir von einem Renovierungsstau sprechen müssen.

Hauptverantwortlich für den Erhalt und die Renovierung von Gemeindegebäuden innerhalb des Süddeutschen Verbands (SDV) ist der Süddeutsche Bauverein. An der Finanzierung eines großen Kapellenbauprojekts beteiligen sich jedoch die Ortsgemeinde, die Vereinigung und der Bauverein gemeinsam. Hier kommt der Bibeltext in Lukas 14,28 ganz praktisch zur Anwendung: „Denn wer ist unter euch, der einen Turm bauen will und setzt sich nicht zuvor hin und überschlägt die Kosten, ob er genug habe, um es zu Ende zu führen ...?“

Neben den Projektspenden aus der entsprechenden Ortsgemeinde ist eine der größten und wichtigsten Einnahmequellen die vier Mal pro Jahr durchgeführte Kapellenbausammlung (nächster Sammlungstermin: 26. Mai 2018). Für die Jahre 2018 bis 2020 kommen die Spenden der Kapellenbausammlungen in den Ortsgemeinden zu hundert Prozent den Kapellenbauprojekten der jeweiligen Vereinigung zugute. Bisher wurde das Sammlungsergebnis durch drei geteilt und den drei Vereinigungen im SDV zu gleichen Teilen zugeschrieben. Mit der neuen Regelung erhoffen sich Bauverein und Vereinigungen eine noch größere Motivation der Geschwister, für das Projekt in ihrer Vereinigung zu spenden.

In Baden-Württemberg haben wir derzeit zwei Kapellenbauprojekte: Esslingen und Karlsruhe. In beiden Gemeinden sind die sanitären Anlagen in einem bedauernswerten Zustand, außerdem fehlen geeignete Nebenräume. Geplant ist momentan die Sanierung des bestehenden Gebäudes in Karlsruhe bzw. ein Neubau in Esslingen (beides für je ca. 1,3 Mio. Euro). Leider ist ein wesentlicher Teil der budgetierten Ausgaben noch nicht finanziert. Allen Geschwistern in Baden-Württemberg, die unsere Projekte mit ihrer Kapellenbauspende unterstützen, möchte ich daher schon jetzt ganz herzlich danken.

Markus Czettl, Finanzvorstand der Baden-Württembergischen Vereinigung 


Karlsruher Gemeinde soll zu Einflusszentrum werden

Vor drei Jahren zogen meine Familie und ich von Darmstadt nach Karlsruhe. Schon der erste Gottesdienst im mehr als gut besuchten Gemeindesaal, mit zahlreichen Kindern und musikalischen Darbietungen, beeindruckte mich. Durch das Bibelstudium in Kleingruppen und zahlreiche Freundschaften wurde Karlsruhe schon bald unsere Heimatgemeinde.
Leider verfällt unser Gemeindehaus zusehends – der letzte Umbau ist 38 Jahre her. Die Toilettenräume sind sanierungsbedürftig und Wasserschäden im ganzen Haus an der Tagesordnung. Elektroinstallationen müssen dringend erneuert werden und ein zweiter Fluchtweg vom Gemeindesaal ist nötig, um die Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Zudem können ältere Geschwister die Küche und den Seminarraum im 1. Obergeschoss ohne Aufzug nur schwer erreichen.

In unserer Gemeinde mit 212 Gliedern finden regelmäßig Bibelstudienkreise, Religionsstunden, Evangelisationen, Pfadfindertreffen, Gesundheits- und Erziehungsseminare sowie Chor- und Orchesterproben statt. Die Gemeinde wünscht sich, eine Art Einflusszentrum zu errichten, um den Menschen die Frohe Botschaft und Jesu baldige Wiederkunft ganz praktisch nahezubringen und sie z.B. durch Kochkurse für eine gesunde Lebensführung zu begeistern.

Um dieses hohe Ziel zu erreichen, haben wir uns als Gemeinde vorgenommen, über einen Zeitraum von fast zwei Jahren einen zweiten Zehnten für die Renovierung und den Umbau zu spenden. Außerdem wollen wir tatkräftig mit anpacken. Der Start der Spendensammlung verlief sehr gut und auch unsere Jüngsten sammeln fleißig mit. Zwei Kinder verkauften beispielsweise einen Teil ihrer Spielsachen und spendeten den Erlös von hundert Euro für den Umbau. Andere Kinder sammelten ein halbes Jahr lang Pfandflaschen und steuerten so weitere fünfzig Euro bei. Noch fehlt der überwiegende Teil der benötigten Gelder, doch wir vertrauen auf Gottes Führung. Schließlich schrieb Paulus nicht umsonst in 2. Korinther 9, 6-7: „[…] wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen. Ein jeder, wie er es sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“ Wir danken euch bereits jetzt für eure Gebete und Spenden!

Jaroslav Kohoutek, Bauingenieur und Mitglied im Bauausschuss der Gemeinde Karlsruhe


Esslingen – keine Hinterhofgemeinde mehr

„Wir wollen keine Hinterhofgemeinde mehr sein – wir brauchen ein neues Gebäude!“ Hinter diesen zunächst emotional klingenden Worten von Geschwistern aus Esslingen stecken durchaus sachliche Fakten, denn die Adventgemeinde Esslingen blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück. Sie wurde 1910 gegründet und wuchs in den darauffolgenden Jahrzehnten stetig, sodass die Mieträume zu eng wurden und 1961 das heutige Gemeindehaus entstand. Als die Räume erneut aus allen Nähten platzten, wurde 1977 die Tochtergemeinde in Ostfildern-Ruit gegründet.

Heute zählt die Gemeinde etwa 85 Glieder und 25 Kinder und Jugendliche. Besonders die Kinder liegen uns am Herzen – es waren in der Vergangenheit so wenige und wir baten Gott, dass sich das ändert. Wie durch ein Wunder gab es auf einmal Zuwachs durch Zuzug und in einem Jahr erwarteten sogar vier Familien ein Kind. Da wir eine herzliche Gemeinde sind und gerne Gäste zu Vortragsreihen wie etwa „Der springende Punkt“ einladen, wünschen wir uns, die Besucher in einem attraktiven Gebäude willkommen heißen zu können.

Denn mittlerweile ist unser Gebäude nach 55 Jahren intensivem Gemeindeleben doch sehr in die Jahre gekommen; notwendige Sanierungsaktionen (Brandschutz, Elektrik-, Dach- und WC-Sanierung usw.) sind nicht mehr rentabel. Auch der Gemeindesaal ist für die Anzahl der Besucher mittlerweile viel zu klein und zu niedrig, sodass die ganze Raumstruktur des Gebäudes nicht mehr für die Gemeinde passt.

Auf der Suche nach einem geeigneten Gebäude besichtigten wir daher Grundstücke und Häuser. Es gab einen „Baugottesdienst“, bei dem u.a. die Kinder Sand in eine Röhre füllen durften, um unser Sparziel zu visualisieren. Mit einem Newsletter informierten wir als Gebäudeteam über die Aktivitäten, um alle miteinzubeziehen – denn unser Motto lautet: „Werde Teil des Projekts!“. Ganz spontan erhielten wir daraufhin eine großzügige Spende aus einer anderen Gemeinde.

Schließlich entschieden wir uns für einen Neubau auf dem bestehenden Grundstück, da dies wohl die beste Lösung darstellt. Ein Architekt hat bereits einen Plan erstellt, wie das neue Gemeindezentrum aussehen könnte. Seit 2016 ist Esslingen offiziell ein Kapellenbauprojekt in Baden-Württemberg. Wir haben unser Sparziel als Gemeinde erreicht und sparen weiter. Jetzt warten wir auf die Erfüllung unserer Gebete, damit wir ein neues Gebäude beziehen und als lebendige Gemeinde weiter wachsen können.

Hier geht es zum Video über das Bauprojekt Esslingen: https://youtu.be/98y1EfS_vfI

Dorothea Maslo, Ärztin und Mitglied im Gebäudeteam Esslingen

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