Einheit ohne Religionsfreiheit?

Einheit
Einheit ohne Religionsfreiheit?

Warum Adventisten mit den Vereinten Nationen zusammenarbeiten und an ökumenischen Treffen teilnehmen

Wenn Geschwister erfahren, dass ich unsere Freikirche bei den Vereinten Nationen sowie bei ökumenischen Versammlungen christlicher Organisationen repräsentiert habe, werde ich in der Regel mit Fragen überhäuft: „Wie genau verstehen Adventisten christliche Einheit, interreligiöse Beziehungen und Ökumene? Warum haben sich Adventisten lediglich für einen Beobachterstatus entschieden, anstatt Mitglied bei christlich-ökumenischen Organisationen zu werden? Warum kooperieren Adventisten mit anderen Christen und Nicht-Christen, lehnen gleichzeitig jedoch eine Mitgliedschaft in organisierten christlichen und religiösen ökumenischen Gremien ab?“

Meine Antwort darauf ist einfach: Es ist für alle Menschen guten Willens legitim, sich zu vereinen, um Leben zu retten, Leben zu schützen und die Wichtigkeit und Heiligkeit von Leben anzuerkennen. Es ist sogar für alle Menschen dringend notwendig, sich zusammenzuschließen, um diese Welt für alle zu einem schöneren Ort zu machen und damit zu einer besseren Gesundheit, Ausbildung und humanitären Arbeit in Würde, Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden und Brüderlichkeit beizutragen.

Alle Angebote, Dienste und Aktivitäten der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten setzen sich für das Leben ein – und zwar ein Leben im Überfluss. Adventisten kooperieren daher mit anderen christlichen Organisationen, um den missionarischen Auftrag unserer Kirche zu erfüllen. Bei Treffen von weltweiten christlichen Organisationen hat die Adventgemeinde einen Beobachterstatus. Unsere Freikirche ist offen dafür, mit anderen Kirchen in Bereichen zusammenzuarbeiten, die keine Kompromisse in Bezug auf die eigene Identität, Mission und Botschaft erfordern. Die Faustregel lautet, keine Mitgliedschaft bei irgendeiner ökumenischen Organisation einzugehen, die die unverwechselbare adventistische Stimme in Bezug auf die Souveränität Gottes als Schöpfer, den Sabbat und seine baldige Wiederkunft zum Verstummen bringt.

Zwei Gründe

Im Prinzip haben sich Adventisten dazu entschieden, aus zwei Gründen keine dogmatischen Bündnisse mit anderen Kirchen einzugehen. Zum einen, weil wir als Adventisten einen ganzheitlichen und integrativen Ansatz der Einhaltung biblischer Lehren verfolgen. Zum anderen, weil wir Lehren hochhalten, von denen wir glauben, dass sie im Verlauf der Kirchengeschichte in den Hintergrund getreten, verändert oder vergessen worden sind.

Dennoch ist Einheit kein schlimmes Wort. Adventisten schätzen den Wert von Einheit, genau so wie Gott es auch tut. Einheit ist auf der Existenz Gottes – des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes – gegründet. Adventisten setzen sich für Einheit ein, um dem göttlichen Auftrag nachzukommen, nämlich Christus allen Menschengruppen, Sprachen, Stämmen und Nationen bekannt zu machen. Christen können sich zudem vereinen, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen – durch die Förderung von Gesundheit, Bildung und humanitärer Arbeit sowie die Erhaltung und den Schutz von Menschenrechten.

Doch Christen dürfen nicht vergessen, dass sie ihre primäre Berufung verfehlen, wenn sie sich nicht vereinen, um geistliche Werte hochzuhalten und vorzuleben, die auf dem Ewigen Evangelium gegründet sind. Die theologischen Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und Liebe sind bei unserem christlichen Auftrag und Geschenk an die Welt von zentraler Bedeutung. Diese Tugenden können am besten aufblühen und gedeihen, wenn religiöse Freiheit zur Realität wird. Für Adventisten ist das Gegenmittel zur synkretistischen (vermischenden) Ökumene religiöse Freiheit. Sie beinhaltet den Aufruf, die Wahrheit anzunehmen, ohne dabei auf folgende Freiheiten zu verzichten: die Gewissensfreiheit, die Religions- oder Glaubensfreiheit, die Freiheit, die eigenen Glaubensüberzeugungen öffentlich zu äußern, die Freiheit, andere dazu einzuladen, die eigenen Überzeugungen zu teilen oder der eigenen Glaubensgemeinschaft beizutreten.

Ein genauerer Blick auf die Ökumene

Die Begriffe Einheit, sichtbare Einheit und Ökumene sind eine Ansammlung von zusammenhängenden Themen im Bereich zwischenkirchlicher und interreligiöser Beziehungen, die eine klare Definition erfordern. Manchmal werden auch andere Begriffe in die Gespräche miteinbezogen, als ob sie dasselbe bedeuten würden, wie zum Beispiel Kooperation, Partnerschaft, zwischenkirchlicher oder interreligiöser Dialog.

Das Wort „Ökumene“ wird in verschiedenen Kontexten unterschiedlich gebraucht. Der Begriff kann Bezug auf die Einheit unter den christlichen Kirchen dieser Welt nehmen. Doch die Leute verwenden ihn in der Regel, um auf allgemeine Weise freundschaftliche Beziehungen, einen Dialog oder eine Partnerschaft bei einem Projekt zu beschreiben.

Historisch gesehen wurden die ersten Kirchenräte ökumenisch genannt, und zwar in dem Sinne, dass viele Kirchen sich miteinander austauschten und interagierten, um eine Lehrmeinung zu definieren. So verstehen wir Ökumene heute nicht mehr. Manche Konfessionen, wie zum Beispiel katholische oder orthodoxe Kirchen, gebrauchen den Begriff in diesem Sinne, da sie glauben, sie seien die Garanten der Lehrmeinung. Doch jegliche Partnerschaft unter Christen als dogmatische Ökumene zu bezeichnen, wäre uninformiert, ungebildet und weit hergeholt. Geistliche Ehrlichkeit ist ebenfalls notwendig, wenn es darum geht, den tatsächlichen Gehalt von zwischenkirchlichen Beziehungen zu bestimmen und zu bewerten.

Einheit definieren

Das Konzept der Einheit hat eine feste biblische und theologische Grundlage. Der Segen, den Gott über Abraham und seine Nachkommen ausschütten wollte, war für alle Familien auf dieser Erde bestimmt. Gott möchte, dass alle Menschen Einheit in der Lehre erfahren.

Doch das ist bei Gottes Volk des Bundes, Israel, nicht eingetreten. Der Glaube an die Auferstehung der Toten z.B. wurde nicht von allen Israeliten geteilt. Das Neue Testament erwähnt, dass die Sadduzäer nicht an die Auferstehung der Toten glaubten.

Heutzutage wird Einheit von verschiedenen christlichen Kirchen unterschiedlich verstanden. Für Katholiken z.B. beinhaltet Einheit das Konzept der Gemeinschaft der Heiligen, was sowohl die lebenden als auch die toten Heiligen miteinschließt.

In der katholischen Enzyklopädie Catholic Encyclopedia wird die Gemeinschaft der Heiligen beschrieben als „die geistliche Solidarität, die die Treuen auf der Erde, die Seelen im Fegefeuer und die Heiligen im Himmel als eine organische Einheit desselben mystischen Leibes verbindet, bei dem Christus das Haupt ist. (...) Die Mitglieder dieses Zusammenschlusses werden wegen ihrem Zielort (dem Himmel) Heilige genannt, und weil sie an den Früchten der Erlösung teilhaben.“

Mit diesem Beispiel im Hinterkopf könnte eine globale Kircheneinheit nur Realität werden, wenn alle Christen das katholische Weltbild oder Verständnis von Realität annehmen würden, oder wenn alle Katholiken ihre tiefen Glaubensüberzeugungen aufgeben würden.

Nichtsdestotrotz gibt es vieles, das Christen vereint, beginnend mit der Grundlage von Einheit selbst. Gott liegt Einheit sehr am Herzen. Der gesamte Erlösungsplan demonstriert Gottes Absicht, seine geteilte und zerstreute Familie zu vereinen, die er nach seinem Bild geschaffen hat. Einheit ist gegründet auf die dreieinige Existenz Gottes: eine Einheit in der Dreieinigkeit.

Der Tod Jesu diente dem Zweck, Menschen zusammenzurufen. In Johannes 17 betete Jesus für Einheit um der Mission willen, damit die Welt glaubt. Der Heilige Geist wurde ausgesandt, um diese Einheit in der Mission zu versiegeln.

Adventisten tragen zur Einheit bei

Adventisten folgen Gott in allem nach, was er für diese Welt tut, um sie zu retten. Gott führt Evangelisationen durch (Galater 3,8) – so auch wir. Gott hat es sich zur Aufgabe gemacht, die ganze Welt unter der Herrschaft des Erlösers Jesus Christus zu vereinen. Auch wir folgen Gott nach, wenn es darum geht, seinen Sohn zu erheben, damit die Welt gerettet wird.

Adventisten haben sich dazu verpflichtet, alle Menschen dazu aufzurufen, ihre Augen auf Jesus zu richten (Hebräer 12,1). Sie erinnern alle Christen daran, dass die zweite Wiederkunft Jesu Christi bereits zu apostolischen Zeiten den Kern des christlichen Glaubensbekenntnisses darstellte – und das auch heute noch zutrifft.

Das Prinzip adventistischer Beziehungen zu anderen Christen beinhaltet zwei untrennbare Aspekte: Wahrheit und religiöse Freiheit. Ellen White, die Mitbegründerin unserer Freikirche, bekräftigte das in Das Wirken der Apostel (WA 69.2), indem sie schrieb: „Das Banner der Wahrheit und der religiösen Freiheit, von den Begründern der Evangeliumsgemeinde und von Gottes Zeugen der vergangenen Jahrhunderte hochgehalten, ist in dieser letzten Auseinandersetzung unseren Händen anvertraut worden. Die Verantwortung für diese große Gabe ruht auf denen, die Gott mit der Erkenntnis seines Wortes gesegnet hat. Dieses Wort sollte für uns höchste Autorität sein. Die irdische Regierung sollten wir als gottgegebene Ordnung anerkennen und innerhalb ihres rechtmäßigen Bereiches den Gehorsam ihr gegenüber als heilige Pflicht lehren. Widersprechen ihre Ansprüche aber den Ansprüchen Gottes, müssen wir Gott mehr gehorchen als den Menschen.“

Im Wesentlichen verstehen Adventisten ihren Auftrag so, wie ihr Name es bereits andeutet: die Wahrheit der baldigen Wiederkunft Jesu hervorheben als Hoffnung für diese Welt, um endlich Freiheit vom Tod und allem Bösen zu erlangen und stattdessen in Gerechtigkeit und Frieden zu leben. Diese Überzeugungen sind die Gründe, warum Adventisten das zweite Kommen Jesu als Botschaft der Heilung verstehen. Adventisten beziehen die Worte Jesu auch auf sich, als er seine Jünger dazu aufrief, „Salz und Licht“ zu sein (Matthäus 5).

Jeder Aspekt der Zusammenarbeit von Adventisten mit einer Institution oder Organisation, ob kirchlich oder politisch, basiert in erster Linie auf dem Grund für die Existenz unserer Kirche: der Menschheit, die in alle möglichen Stricke des Teufels verwickelt ist, Hoffnung zu bringen. Um diesen Auftrag zu erfüllen, wenden Adventisten Jesu Methode an: „Nur durch die Methode Christi können Menschen wirklich erreicht werden. Der Heiland mischte sich unter die Menschen als einer, der ihnen nur Gutes wünschte. Er zeigte ihnen sein Mitgefühl, ging auf ihre Nöte ein und gewann ihr Vertrauen. Dann bat er sie: „Folge mir!“ (Ministry of Healing, S. 143)

Jesus diente den Menschen, heilte sie, gab ihnen zu essen, ohne dass sie irgendwelche Bedingungen erfüllen mussten. Er ließ sie wissen und fühlen, dass sie die Freiheit hatten, sich für eine Zukunft mit ihm oder ohne ihn zu entscheiden. Gewissensfreiheit ist Gott wichtig. Ohne diese Freiheit gibt es kein echtes Bündnis. Denn Liebe kann nicht erzwungen werden.

Adventisten und zwischenkirchliche Beziehungen

Adventisten erkennen andere Christen als echte Glieder des Leibes Christi an. Der Hauptgrund, warum Adventisten jedoch keine formal-strukturelle Mitgliedschaft in ökumenischen Organisationen führen, betrifft die Religionsfreiheit. Die Mitgliedschaft in einer ökumenischen Körperschaft würde die Freiheit begrenzen, die eigenen Überzeugungen mit allen anderen zu teilen, und damit eine allgemein gültige Endzeit-Mission aufs Spiel setzen – so wie wir sie als Adventisten verstehen.

Adventisten gehören keinen ökumenischen Organisationen an, die eine Mitgliedschaft erfordern, doch sie sind froh über den Gast- oder Beobachterstatus bei solchen Treffen.

Die Partnerschaft und Kooperation mit anderen christlichen Denominationen steht im Einklang mit der Sicht der adventistischen Freikirche auf andere Christen. Als Ellen White über Mäßigkeit schrieb, sagte sie auch Folgendes über die Leiter anderer Denominationen: „In anderen Kirchen gibt es Christen, die die Prinzipien der Mäßigkeit verteidigen. Wir sollten uns darum bemühen, diesen Arbeitern näherzukommen und ihnen die Möglichkeit geben, Schulter an Schulter mit uns zu stehen. Wir sollten uns an gute Menschen wenden, um mit Unterstützung die zu retten, die verloren sind.“ (Testimonies, Bd. 6, S. 110)

Hinsichtlich des Gebets schrieb Schwester White: „Betet für und mit den Pastoren anderer Denominationen. Unsere Pastoren sollten versuchen, sich den Pastoren anderer Denominationen anzunähern. Betet für und mit diesen Männern, für die Christus eintritt. Sie haben eine feierliche Verantwortung zu tragen. Als Christi Botschafter sollten wir ein tiefes, ehrliches Interesse an diesen Hirten der Schafherde bekunden.“ (Testimonies, Bd. 6, S. 78)

Im Einklang mit dieser Empfehlung hat die Generalkonferenz, das Verwaltungsgremium der weltweiten Adventgemeinde, in der General Conference Working Policy festgehalten, dass die Freikirchenleitung „jedes Organ anerkennt, das Christus vor den Menschen als Teil des göttlichen Plans, der Welt das Evangelium zu bringen, erhebt und (...) hohe Wertschätzung gegenüber christlichen Frauen und Männern aus anderen Gemeinschaften entgegenbringt, die sich dafür einsetzen, Seelen für Christus zu gewinnen.“

Gründe für die Ablehnung von Ökumene

Obwohl Einheit eindeutig von Gott gewollt ist, stellt sie nicht das höchste Gut dar. Loyalität gegenüber Gottes Wahrheit hat Vorrang.

Die Adventgemeinde und einige andere Denominationen, die sich organisierten Körperschaften der Ökumene nicht angeschlossen haben, erheben Einspruch gegen die Ökumene als Lehre oder Ziel, um christliche Kirchen zu einer Weltkirche zu vereinigen. Denn das würde zu einem Verlust der unverwechselbaren Identität der jeweiligen Denominationen führen. Zudem halten sich Adventisten und andere Gläubige nicht an synkretistische Zusammenschlüsse, die dazu führen würden, dass die Wichtigkeit und Bedeutung der Wahrheit abnimmt, insbesondere, wenn Glaubensüberzeugungen in manchen Kirchen nicht mit der offenbarten biblischen Wahrheit übereinstimmen.

Die Hauptsorge der Adventisten ist, dass sie darin beschränkt und eingegrenzt werden, ihre Überzeugungen mit anderen Personen zu teilen, egal ob diese selbst religiöse oder philosophische Überzeugungen haben. Das ist ein grundlegender Aspekt religiöser Freiheit. Christen können das Recht auf Freiheit, Religion oder Glaube nicht infrage stellen, wenn sogar die säkulare Welt dieses fundamentale Menschenrecht angenommen hat.

Schlussfolgerung

Die weltweite Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sieht andere Christen als Brüder und Schwestern in Christus an, doch das Prinzip, das uns davon abhält, Mitglied in einem organisierten Kirchenverband wie dem Ökumenischen Rat der Kirchen zu werden, ist das Prinzip der Religionsfreiheit. Religionsfreiheit beinhaltet das uneingeschränkte Recht, die eigenen religiösen Überzeugungen zu teilen sowie das Recht, andere dazu einzuladen, der eigenen christlichen Praxis zu folgen, ohne beschuldigt oder als Bekehrer abgestempelt zu werden.

Siebenten-Tags-Adventisten unterstützen christliche Einheit, indem sie dem dreieinigen Gott nachfolgen, der die Menschen zusammenruft, die er nach seinem Bild erschaffen hat. Das Ziel des gesamten Erlösungsplans ist die Wiederherstellung des göttlichen Bildes und die Zusammenführung derer, die er errettet. Einheit hat ihr Fundament in Gott. Aus diesem Grund kam Jesus Christus auf diese Erde, um alle Völker dieser Erde zu vereinen.

Eine Einheit der Lehre unter christlichen Kirchen, eine dogmatische Einheit also, ist schwierig, ja unerreichbar, ohne dass Kirchen ihre charakteristischen Glaubenslehren verlieren und sich den Traditionen einer Kirche anschließen, sei es der katholischen, orthodoxen, protestantischen, anglikanischen, reformierten, evangelikalen, der Pfingst- oder Adventgemeinde.

Religions- und Glaubensfreiheit sind ein unverhandelbares Geschenk Gottes, das jeder christlichen Person oder Gemeinschaft ermöglichen sollte, ihre Überzeugungen mit anderen zu teilen und andere dazu einzuladen, ihrer christlichen Praxis zu folgen. Um der Mission willen ist es selbstverständlich, dass Christen zusammenarbeiten sollten, um Christus einer Welt zu bezeugen, die ihn so dringend braucht.

27 Aspekte christlicher Einheit, die wir als Adventisten unterstützen können

  1. Einheit im Vertrauen auf die christliche Vorstellung von Gott als liebendem Herrscher, der über allem steht. Da er selbst Liebe ist, steht er seinen Geschöpfen, die er nach seinem Bilde schuf, wohlwollend gegenüber. Einheit in der Überzeugung, dass wir von Gott geliebt werden.
  2. Einheit in der Notwendigkeit, einen Charakter und eine Gesinnung zu entwickeln, die Christus ähneln.
  3. Einheit in einer gemeinsam geteilten Identität: eine neue Menschheit, die nach dem Bild von Jesus Christus wiederhergestellt wird. Dies geschieht zur Ehre des Vaters durch den Heiligen Geist. Theologische Einheit darüber, dass die Heilige Schrift uns die dreieinige Identität Gottes offenbart hat.
  4. Einheit in einer Taufe im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
  5. Vereint darin, die Früchte des Geistes zu entwickeln (Galater 5).
  6. Vereint in der Freude Jesu, die er vollkommen macht in seinen Nachfolgern von damals und heute.
  7. Einheit in dem Verständnis, dass unsere wichtigste Berufung darin besteht, Gott zu lieben mit unserem ganzen Sein – und unseren Nächsten wie uns selbst.
  8. Vereint, um uns an Gottes Auftrag zu beteiligen, der darin besteht, Christus als Herr und Retter zu bezeugen. Einheit in dem Ziel, Gottes Auftrag zu erfüllen.
  9. Vereint darin, die metaphysische Realität zu verstehen und den geistlichen Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Christus und Satan.
  10. Vereint darin, dem Bösen zu widerstehen und anderen nicht zu schaden.
  11. Vereint in der Erfahrung der Bedrängnis, des Himmelreiches und der Geduld in Jesus (Offenbarung 1,9)
  12. Einheit in der humanitären Arbeit oder um die Lebensbedingungen unserer Nächsten zu verbessern, ist ein Ausdruck von Verbundenheit mit unseren Brüdern und Schwestern.
  13. Einheit, um Mäßigkeit zu fördern, wurde von den Gründern unserer Freikirche stark befürwortet.
  14. Einheit im Einsatz für Freiheit, Gleichberechtigung und Brüderlichkeit gehört zum internationalen Auftrag der Vereinten Nationen.
  15. Einheit mit dem Ziel, die Würde jeder Person hochzuhalten. Einheit von Werten ist zwingend notwendig für diejenigen, die glauben, dass alle Menschen nach dem Bild Gottes geschaffen wurden.
  16. Einheit, um hinter Gewaltlosigkeit zu stehen, gehört dazu, wenn man das Recht jedes Menschen auf Frieden und Unversehrtheit vertritt.
  17. Einheit im Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung ist ein Auftrag, den Jesus allen seinen Nachfolgern bei seiner Bergpredigt gab. Einheit schafft Frieden.
  18. Einheit im Dienst für die Gesellschaft, um die Lebensbedingungen unseres Nächsten zu verbessern. Einheit in der Solidarität mit der Menschheitsfamilie ist ein unanfechtbarer Teil des christlichen Evangeliums. Die Liebe zu Gott und dem Nächsten zeigen sich auf konkrete Weise, wenn wir andere unterstützen, die in einer wirtschaftlich schwierigen Situation sind.
  19. Einheit im Lindern von menschlichem Leiden. Wenn wir Menschen zu einer umfassenden Gesundheit verhelfen, ist das ausgelebtes Evangelium. Es war ein Teil des Dienstes Jesu, und er verkündete nicht nur die Frohe Botschaft, sondern lebte diese Frohe Botschaft, indem er Menschen heilte. Einheit in der Arbeit für allumfassende Gesundheitsversorgung und im Hochhalten der menschlichen Würde ist ein Teil des Wiederherstellungsprozesses; Wiederherstellung ist wiederum das Ziel von Erlösung.
  20. Einheit im Einsatz für Mäßigkeit gehört zur Entwicklung von Verantwortung.
  21. Einheit im Einsatz für das Leben. Diese Form von Einheit kann breite Zustimmung finden und mitfühlende Menschen guten Willens mit verschiedenem philosophischen und religiösem Hintergrund zusammenbringen.
  22. Einheit im Hochhalten der Heiligkeit jeder Person.
  23. Einheit der Kirchen in dem Auftrag, Jesus Christus vor der Welt zu erheben, scheint einen Konsens unter Christen verschiedener Denominationen zu finden. Das Wunder der Zusammenarbeit, wenn es um Mission geht, hat bereits eine feste Grundlage unter älteren und jüngeren Denominationen. Diese Einheit um des Zeugnisses für Christus willen sollte nicht dazu führen, dass dogmatische Unterschiede heruntergespielt werden.
  24. Einheit im Ausleben und Weitergeben der Lehren Jesu Christi (Seligpreisungen).
  25. Einheit in der Überzeugung, dass Gott sich um uns kümmert und uns schützt (Vaterunser).
  26. Einheit in der Ablehnung von Vorurteilen und Voreingenommenheit (Jakobus 2).
  27. Einheit in der Ergebenheit gegenüber Gott und einer ablehnenden Haltung gegenüber Konflikten, Gewalt und Kriegen (Jakobus 4).

6 Gefahrenzonen in Bezug auf Einheit

Kompromisse um der Einheit willen würde einen Identitätsverlust in den folgenden sechs Bereichen bedeuten. Adventisten haben den Beschluss gefasst, ihre grundlegenden Überzeugungen um der Einheit willen nicht aufzugeben.

  1. Einheit im Gegründetsein auf der Heiligen Schrift, der Offenbarung von Gottes Charakter und absolutem Willen. Epistemologische Einheit. Die zentrale Bedeutung der Bibel als Quelle der Offenbarung von Gottes Charakter, Willen und Absichten ist für Siebenten-Tags-Adventisten entscheidend.
  2. Vereint in unserer Loyalität und Treue gegenüber der biblischen Wahrheit als die einzige Quelle unserer Lehren: dogmatische Einheit.
  3. Vereint im Ausleben und der Verkündigung der Dreiengelsbotschaft: Gott zu fürchten, ihm die Ehre geben und ihn anzubeten mit kompromissloser Treue (eschatologisch-prophetische Einheit).
  4. Vereint in der Gemeinschaft mit dem himmlischen Hohepriester. Adventisten wurde die Wahrheit über die Funktion Jesu Christi als himmlischer Hohepriester in besonderer Weise anvertraut.
  5. Vereint in der Hoffnung auf die zweite Wiederkunft Jesu und der Erwartung des Königs der Könige, der vollkommene Heilung, Gerechtigkeit, Frieden und ewige Gemeinschaft bringen wird.
  6. Vereint darin, Teil der endzeitlichen Widerstandsbewegung zu sein, die aus Menschen besteht, die sich dazu entschlossen haben, Gott allein anzubeten, egal was es sie kosten möge. An dieser Stelle spielt Religionsfreiheit eine Schlüsselrolle. Religionsfreiheit ist ein Gegenmittel für kirchliche Ökumene, die nicht auf Wahrheit und Freiheit gegründet ist. Adventisten schätzen die grundlegende Freiheit, die eigene Religion ausüben zu können. Sie beinhaltet die Freiheit, den eigenen Glauben an andere Menschen weiterzugeben – egal an welchem Ort, zu jeder Zeit und ohne Zwang, Einschüchterung oder Manipulation.

Weitere Informationen zu diesem Thema:

https://news.adventist.org/en/all-news/news/go/2016-11-17/why-does-the-seventh-day-adventist-church-have-a-presence-in-the-public-sector/

Weitere Informationen über die Arbeit der Abteilung für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit (PARL) der Weltkirchenleitung:

www.adventistliberty.org

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