Fit für die Endzeit

Gesundheit
Fit für die Endzeit

Gottes Gesundheitsbotschaft an uns

„Mutter, ich werde dich am Auferstehungsmorgen im Himmel wiedersehen!“ Henry küsste seine Lieben zum Abschied, zeigte nach oben und flüsterte seine letzten Worte: „Der Himmel ist schön.“ Henry, der älteste Sohn von James und Ellen White, war stets eine Frohnatur gewesen und hatte das Heim mit fröhlichen Liedern erfüllt. Doch mit 16 Jahren wurde er schlagartig aus dem Leben gerissen. Was war geschehen?

Wie so oft waren James und Ellen White durch die Vereinigten Staaten gereist, um die Gemeinden zu besuchen und die Geschwister im Glauben zu stärken. Meist blieben in dieser Zeit ihre Kin-
der in der Obhut enger Freunde. Doch dieses Mal entschieden sie sich, ihre Jungs mitzunehmen, denn es ging nach New England. Dort konnten sie im Haus der Familie Howland wohnen. Henry freute sich besonders darauf, denn die Howlands hatten ihn fünf Jahre lang wie ein eigenes Kind versorgt, als James und Ellen White viele Reisen unternehmen mussten. Auch die Howlands freuten sich sehr auf den Besuch der Whites. Da sie Henrys Liebe für Musik kannten, hatten sie eine nagelneue Heimorgel gekauft. Schon bald wurde ihr Heim von seiner Musik erfüllt, und sie verbrachten eine gesegnete Zeit zusammen.

Nach ein paar Tagen machten sich James und Ellen auf den Weg nach Massachusetts, während ihre Kinder bei den Howlands blieben. Eines Tages, nachdem die Jungs durch die Natur gestreift waren, legte sich Henry in seinen feuchten Kleidern ins Bett und schlief ein. Ein kalter Wind blies durch das offene Fenster. Henry bekam eine schlimme Erkältung, die sich schnell zu einer Lungenentzündung entwickelte. Ein Arzt wurde gerufen, der den Jungen mit giftigen Medikamenten behandelte. Von Hydrotherapie hatte er keine Ahnung. James und Ellen White eilten zurück zu ihren Kindern und mussten mit ansehen, wie Henry Tag für Tag schwächer wurde und schließlich in ihren Armen starb.

Göttliche Gesundheitsprinzipien

Diese Tragödie spiegelte wider, was damals viele Familien erleiden mussten. Der frühe Tod von Kindern und Jugendlichen war zu Zeiten der Adventpioniere keine Ausnahme, sondern die Regel. Viele Menschen starben an Infektionskrankheiten wie Lungenentzündung, Tuberkulose, Pocken, Typhus, Diphterie, Cholera oder Malaria. Die Ursachen dieser Erkrankungen waren damals völlig unbekannt. Überhaupt war die Medizin von großer Unwissenheit gekennzeichnet. Viele Patienten hätten überleben können, wenn die Ärzte sie nur in Ruhe gelassen hätten. Doch durch Prozeduren wie Aderlässe und giftige Medikamente (z.B. Quecksilber und Opium) richteten sie ihre Patienten zugrunde. Die weit verbreitete Unreinlichkeit tat ihr Übriges dazu.

Schaut man sich die Nachrufe im Review and Herald, der adventistischen Gemeindezeitschrift an, wird deutlich, dass es den Adventisten kein Stück besser erging als dem Rest der Gesellschaft. Die Nachrufe erzählen von Kindern, Jugendlichen und jungen Vätern und Müttern, die durch Krankheit aus dem Leben gerissen wurden. Wie sollten sie unter diesen Umständen die Botschaft von der Wiederkunft Jesu in aller Welt verkündigen?

Gott sah das Elend seines Volkes. Er hörte sein Geschrei und sandte seiner Gemeinde die Gesundheitsbotschaft. Am 5. Juni 1863 empfing Ellen White eine umfassende Vision, in der ihr die Grundsätze einer gesunden Lebensweise offenbart wurden. Es wurde ihr der schädliche Einfluss von Fleisch, Alkohol, Tee, Kaffee und der damals gebräuchlichen Medikamente gezeigt. Auf der anderen Seite offenbarte Gott ihr viele Dinge, die die menschliche Gesundheit fördern: viel Wasser trinken, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, Sonnenschein und ein tägliches Bad.

Warum offenbarte Gott diese Gesundheitsgrundätze? Um das religiöse Leben der Adventisten noch schwerer zu machen, damit es nur die Besten in den Himmel schaffen? Ganz sicher nicht! Vielmehr gab Gott seiner Gemeinde diese Botschaft, weil er barmherzig ist und seinen Kindern eine neue Lebensqualität schenken wollte. Die Gesundheitsbotschaft kann nur verstehen, wer sie als Ausdruck von Gottes Charakter der Liebe sieht. Wer sie als etwas Einschränkendes versteht oder sie auf gesetzliche Weise auslebt, lebt am Kern dieser Botschaft vorbei.

Evangelium ohne Gesundheitsbotschaft?

Die Gesundheitsbotschaft ist keine Erfindung für die Endzeit, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Bibel. Es gab noch nie ein Evangelium ohne Gesundheitsbotschaft, denn Gott sorgte sich schon immer um den ganzen Menschen.

Am Anfang schuf der Herr den Menschen nach seinem Bild, als ganzheitliches Wesen: körperlich, seelisch, geistig, sozial und geistlich. Die Sünde zerstörte nicht nur die Beziehung des Menschen zu Gott, sondern jede Dimension der Ganzheitlichkeit (s. Abbildung 1).

Als Gott das Volk Israel aus Ägypten befreite, gab er ihnen nicht nur die Zehn Gebote, sondern eine Vielzahl von Gesundheitsvorschriften. Sie sollten verstehen, dass Gott an jedem Aspekt ihres Lebens interessiert war und dass er ihnen seine Gesetze gab, weil er sie liebte und wollte, dass es ihnen gut ging. Deshalb heißt es in 5. Mose 6,1-3: „Dies sind die Gesetze und Gebote und Rechte, die der Herr, euer Gott, geboten hat, euch zu lehren, dass ihr sie tun sollt in dem Lande, in das ihr zieht, es einzunehmen, damit du dein Leben lang den Herrn, deinen Gott, fürchtest und alle seine Rechte und Gebote hältst, die ich dir gebiete, du und deine Kinder und deine Kindeskinder, auf dass du lange lebest. Israel, du sollst es hören und festhalten, dass du es tust, auf dass dir’s wohlgehe und du groß an Zahl werdest, wie der Herr, der Gott deiner Väter, dir zugesagt hat, in dem Lande, darin Milch und Honig fließt.“

Als Jesus viele Jahre später auf der Erde lebte, verbrachte er mehr Zeit mit Heilen als mit Predigen. Die Evangelien sind voll von Geschichten, die bezeugen, dass Jesus Menschen immer in ihrer Ganzheitlichkeit sah und behandelte. Er kam, „zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und die Zerschlagenen zu entlassen in die Freiheit.“ (Lukas 4,18) Jesus machte deutlich, dass das Evangelium dem Menschen nicht nur seine Schuld vergeben, sondern ihn ganzheitlich wiederherstellen will. Wenn er Menschen heilte, dann erlebten sie am eigenen Leib, dass Gott Liebe ist. Ellen White schrieb dazu: „Gesundheitsmission ist das Evangelium in Aktion, die Barmherzigkeit Christi offenbart.“ (Medical Ministry, S. 239)

Als die Kirche das Evangelium verwarf, verwarf sie auch die ganzheitliche Sicht des Menschen und übernahm den griechischen Dualismus, der einen starken Kontrast zwischen Körper und Seele zeichnet. Die Reformation, die die Wiederherstellung des ewigen Evangeliums zum Ziel hat, sollte darum auch die ganzheitliche Sicht des Menschen wieder aufgreifen. Die Gesundheitsbotschaft ist Teil der ersten Engelsbotschaft aus Offenbarung 14, denn sie ruft dazu auf, Gott die Ehre zu geben und ihn als Schöpfer anzubeten. Das schließt einen verantwortungsvollen Umgang mit unserem Körper mit ein. Uns ist die Gesundheitsbotschaft anvertraut, damit wir das ewige Evangelium auf die gleiche Weise verkündigen können, wie Jesus und die Apostel es taten – damit die Menschen mit allen Sinnen erfahren, dass Gott Liebe ist.

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