Die Umsetzung des neuen Menschenbildes

Gender Mainstreaming
Die Umsetzung des neuen Menschenbildes

Gender Mainstreaming an öffentlichen Schulen

„In Baden-Württemberg dominiert das traditionelle (biblische) Familienmodell wie in keinem anderen Bundesland“, hieß es vor einigen Monaten in den Medien, als das Statistische Bundesamt neue Zahlen verö entlichte.[1] Angesichts dieser Meldung verwundert es, dass gerade dieses Land bei der „sexuellen Vielfalt“ eine Vorreiterrolle einnimmt. Während über das wertkonservative Bayern zu lesen war[2], dass „ein Antrag im Landtag zur Einführung eines besonderen Unterrichts über sexuelle Vielfalt“ abgelehnt wurde, zieht bei uns mit der Bildungsplanreform 2016 das Thema unter dem Deckmäntelchen der Leitperspektive „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“ verpflichtend in alle Schulen ein. Im Arbeitspapier[3] zu den drei Leitperspektiven des neuen Bildungsplans wird festgehalten: Sie seien „übergreifend und nicht einem einzelnen Fach zuzuordnen.“ Ziel ist es also, diese Themenkomplexe nicht auf einige Stunden im Sexualkundeunterricht zu beschränken, sondern als integrativen Bestandteil durch alle Fächer laufen zu lassen. Ein „Entkommen“ durch partielle Abwesenheit vom Unterricht ist also kaum möglich.

Das Papier führt dann weiter aus, wie das geschehen kann. Dabei ist der Grundtenor klar: Sämtliche Lebensformen – „Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transsexuelle und Transgender, Intersexuelle“ – sind wertneutral einzuordnen. Dabei geht es nicht, wie uns seit der 3. Weltfrauenkonferenz 1985 in Nairobi unter dem Schlagwort des „Gender Mainstreamings“ weisgemacht wird, um die Propagierung der Gleichberechtigung oder Gleichstellung von Mann und Frau, sondern um eine Aufhebung von naturgegebenen Unterschieden zwischen Mann und Frau.

In ihrem Aufsatz „Gender Mainstreaming – die (un)heimliche Revolution“ schreibt die Soziologin Gabriele Kuby: „Ist erst einmal die biologische Geschlechtsidentität von Mann und Frau dekonstruiert, so steht der Dekonstruktion der sozialen Rollen und Institutionen nichts mehr im Wege.“ Hier findet vor unseren Augen, politisch gesteuert, die Auflösung der (klassischen) Familie statt. In ihrem Buch Die Gender Agenda [4] fasst die amerikanische Historikerin Dale O’Leary die fünf Leitsätze des Genderismus, wie sie nach der 4. Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking im UN Establishment verankert wurden, folgendermaßen zusammen:

• „Wir brauchen weltweit weniger Menschen und mehr sexuelles Vergnügung. Wir brauchen die Abschaffung der Unterschiede zwischen Mann und Frau sowie die Abschaffung der Vollzeit-Mütter.

• Da mehr sexuelles Vergnügen zu mehr Kindern führen kann, brauchen wir den freien Zugang zu Verhütung und Abtreibung für alle und die Förderung homosexuellen Verhaltens, da es dabei nicht zur Empfängnis kommt.

• Wir brauchen weltweit einen Sexualkundeunterricht für Kinder und Jugendliche, der zu sexuellem Experimentieren ermutigt, wir brauchen die Abschaffung der Rechte der Eltern über ihre Kinder.

• Die Welt braucht eine 50/50-Männer/Frauen-Quotenregelung für alle Arbeits- und Lebensbereiche. Alle Frauen müssen zu möglichst allen Zeiten einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

• Religionen, die bei dieser Agenda nicht mitmachen, müssen der Lächerlichkeit preisgegeben werden.“

Vor diesem Hintergrund schwindet unsere Verwunderung über die Vorreiterrolle Baden-Württembergs. Das politische Umfeld für die Umsetzung dieser Grundsätze ist bei einer linken Regierung ideal. Dabei lässt sich die Regierung auch nicht von demonstrierenden Befürwortern der klassischen Familie („Demo für alle“) und 192.000 Unterzeichnern der Petition zum „Entwurf Bildungsplan 2015“ umstimmen. In einer Pressemitteilung[5] zum Beschluss des Petitionsausschusses und in der abschließenden Verhandlung im Landtag[6] wurde festgehalten, dass der Petition zum „Entwurf Bildungsplan 2015“ nicht stattgegeben werden kann. Begründung laut Beate Böhlen, der Vorsitzenden des Ausschusses: Die Landesregierung hält an ihrem Ziel fest, das  ema „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ in den neuen Bildungsplänen zu verankern. „Deshalb hat der Petent mit seinem Anliegen keinen Erfolg“, so die Ausschussvorsitzende. Nach Angaben Böhlens hatte sich der Verfasser dieser Petition gegen das Arbeitspapier „Bildungsplanreform 2015 – Verankerung der Leitprinzipien“ und gegen die Ankündigung gewandt, das Thema „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ in den neuen Bildungsplänen zu verankern. „Der Petent habe unter anderem eine grundlegende Überarbeitung dieses Papiers und völlige Transparenz bei allen weiteren Schritten auf dem Weg zum neuen Bildungsplan gefordert.“

Konkret bedeutet das: Neben einer gesellschaftlichen Hochblüte der Regenbogenideologie werden nun auch unsere Kinder in der Schule mit diesem Weltbild konfrontiert. So ist in einem neuen Buch für den Deutschunterricht[7] (mit dem Aufkleber „Passgenau zum Bildungsplan 2016 Baden-Württemberg“) zu lesen: „Ich heiße Ari und habe zwei Mamas. Meine Mütter haben sich ein Kind gewünscht und mich bekommen. Mein biologischer Vater ist Klaus. Mit ihm mache ich Ausflüge und gehe angeln, doch er lebt nicht mit uns zusammen.“ Selbst auf unseren Smartphones haben die gleichgeschlechtlichen Paare,[8] inklusive Kindern,[9] bei den Emoticons, den Symbolen für die knappe Mitteilung von Emotionen, Einzug gehalten. Und im Standardwerk Sexualpädagogik der Vielfalt [10] heißt es für Jugendliche ab 15 Jahren: Sie „bekommen die Aufgabe, den bereits bestehenden Puff in einer Großstadt zu modernisieren. Der Grundriss ist vorgegeben und kann nicht erweitert werden. Es besteht aus statischen Gründen auch nicht die Möglichkeit, den Innenbereich inklusive Wände zu verändern. Ihre Aufgabe ist es nun aber – im Zuge der Modernisierung – einen ‚Puff für alle bzw. ein ‚Freudenhaus der sexuellen Lebenslust‘ zu kreieren.“ Aber auch für jüngere Kinder (ab 10 Jahren) hält das Handbuch „Übungen“[11] bereit: „Ziele: Bei dieser Methode sollen unterschiedliche Körperreize und -empfindungen wahrgenommen werden. Sie kann dazu beitragen, das Entspannen- und Genießenkönnen zu fördern sowie einen respektvollen, behutsamen Umgang mit sich und anderen einzuüben. Raum: ... Der Raum sollte von außen nicht einsehbar sein. Ablauf: Die Teilnehmenden bilden Paare. Sie vereinbaren, wer zuerst die Augen schließt und sich entspannt hinsetzt ... Erfahrungen und Tipps: ... Bei jüngeren Jugendlichen und Kindern ist es sinnvoll, explizit bestimmte Körperpartien von Berührungen auszusparen (zum Beispiel: ... Po, Innenseite der Oberschenkel ...)“

Der inzwischen angesichts von Protesten wieder zurückgezogene Entwurf des „Methodenschatz für Grundschulen zu Lebens- und Liebesweisen – Echte Vielfalt unter dem Regenbogen“[12] für Schleswig-Holstein beinhaltete u. a. folgenden Diktattext für die 3. Klasse: „ ... Manchmal gibt es zwei Mamas oder zwei Papas. Gelegentlich gibt es einen Papa, der früher einmal eine Frau war oder eine Mama, die früher einmal ein Mann war. Bei lesbischen Mamas, schwulen Papas oder Eltern, die ihr Geschlecht ändern, sprechen wir von einer Regenbogenfamilie. Eigentlich ist es egal, wer mit wem wie genau verwandt ist. Wichtig ist, dass die Familienmitglieder sich mögen und gerne eine Familie sind. Jona erzählt: ‚Wir sind fünf Kinder und leben mit unseren beiden Vätern und Opa Mika zusammen. Wir haben drei Mamas.‘ Marian erklärt: ‚Meine Mama Loris kommt aus Dänemark und hat dort Samenzellen von einem netten Mann bekommen. Dann bin ich in ihrem Bauch gewachsen. In Deutschland hat mich dann meine Mama Dani adoptiert.‘ Dilan berichtet: ‚Zusätzlich zu meinen Eltern gibt es in meiner Familie noch Robin und Noa. Robin ist die Liebste meines Papas und Noa ist die beste Freundin meiner Mama.‘ Kay sagt: ‚Mein Vater ist jetzt eine Frau. Sie meint, sie war irgendwie immer schon eine Frau. Ich finde, wir sind eine coole Familie.‘“ Die Liste der Beispiele aus dem genannten Handbuch könnte fast beliebig fortgesetzt werden.

Wenn Ellen White in Erziehung (Kap. 29) schreibt: „Der Sabbat und die Familie wurden im Paradies eingesetzt und sind in Gottes Plan untrennbar miteinander verbunden.“, dann sollte uns das im aktuellen Kontext zu denken geben. Aus dem prophetischen Wort wissen wir, welche Rolle der Sabbat in der Endzeit spielen wird. Es scheint, dass auch dem Thema „Familie“ inzwischen eine nicht für möglich gehaltene Schlüsselrolle zukommt. Nötiger denn je brauchen Familien unsere Gebete und unsere Kinder geeignete Einrichtungen – etwa Gemeindeschulen –, um diesem pervertierten Welt- und Familienbild, zumindest in den ersten und prägenden Jahren des Lebens, zu entkommen.

[1] https://www.tagesschau.de/inland/familien-101.html [2] www.augsburger-allgemeine.de/bayern/bayrische-schulen-keine-ausbildung-in-sexueller-vielfalt-id28893777.html [3] http://www.kultusportal-bw.de/site/pbs-bw/get/params_Dattachment/1845720/Arbeitspapier%20Leitperspektiven.pdf [4]http://www.dijg.de/gender-mainstreaming/dale-o-leary-agenda- konzept-hintergrund/ [5] http://www.landtag-bw.de/cms/home/aktuelles/pressemitteilungen/2014/ oktober/1492014.html [6] http://www.landtag-bw.de/ les/live/sites/LTBW/ les/dokumente/ WP15/Drucksachen/6000/15_6026_D.pdf [7] Uthess S.: deutsch.kombi.plus, Stuttgart 2015, S. 249. [8] http://emojipedia.org/couple-withheart-man-man/ [9] http://emojipedia.org/family-woman-woman-girl-boy/ [10] Tuider E.: Sexualpädagogik der Vielfalt, Weinheim 2012. [11] Ebd: S. 178. [12] https://demofueralle.les. wordpress.com/2014/11/141110-schulmaterial- ev.pdf

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