Kampf gegen den Terror

Biblische Prophetie
Kampf gegen den Terror

Der internationale Terrorismus im Licht der biblischen Prophetie

Ob vor dem Fußballstadion in Paris, in der Londoner U-Bahn, am Strand von Tunesien oder im Zentrum Istanbuls: Die weltweiten Medienberichte über terroristische Anschläge haben ein erschütterndes Ausmaß angenommen. Was bleibt, ist eine Spur von Verwüstung, Tod, Leid und Angst, die die Terroristen bei jeder Schreckenstat hinterlassen. Seit dem 11. September 2001 zählt Wikipedia auf der ganzen Welt 68 terroristische Übergriffe – in den meisten Fällen mit islamistischem Hintergrund.1 Obwohl er schon davor existierte, wird der internationale Terrorismus seit 9/11 als die „neue“ globale Bedrohung wahrgenommen.

Terrorismus in Zeiten der ­Globalisierung

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ein adventistischer Bruder in einem Vortrag Anfang der achtziger Jahre den Zerfall des kommunistischen Herrschaftssystems in Mittel- und Osteuropa prognostizierte. Das klang zu diesem Zeitpunkt für viele unrealistisch, doch nur einige Jahre später traf es in atemberaubender Geschwindigkeit ein.

Wie in Offenbarung 13 und im Großen Kampf prophezeit, werden nach adventistischem Verständnis die Vereinigten Staaten von Amerika kurz vor der Wiederkunft Christi ein neues Feindbild errichten. Auch das wird sich wahrscheinlich schneller erfüllen, als wir uns vorstellen können. Bevor jedoch die letzte Verfolgung über die Sabbathalter hereinbricht, scheint es, dass zunächst ein anderes Feinbild in Erscheinung getreten ist – nämlich der internationale Terrorismus.

Zwischen Krieg und Terror

Im Zusammenhang mit den weltweiten ethnischen, religiösen, ideologischen und machtpolitischen Konflikten hat sich seit 1989, und insbesondere seit 2001, das Kriegsbild verändert bzw. erweitert: Während der Erste Weltkrieg noch fünf Prozent und der Zweite Weltkrieg 66 Prozent an getöteten Zivilisten forderte, sind es heute zwischen 80 und 90 Prozent der Zivilbevölkerung, die angesichts terroristischer Bedrohung und Bürgerkriegen in Mitleidenschaft gezogen werden.2

Konnte man früher noch auf Basis einer Kriegs- bzw. Friedenserklärung relativ klar zwischen Krieg und Frieden unterscheiden, so löste sich diese Unterscheidung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusehends auf. Seit der Zeitenwende 1989/90 sind unerklärte Kriege zur Regel geworden, und infolge des 11. September kann nicht mehr von Frieden im klassischen Sinne gesprochen werden.

Seit Ende der achtziger Jahre hat zudem der Nationalstaat sein traditionelles Monopol auf Streitkräfte eingebüßt; Kriege werden auch von nichtstaatlichen Organisationen finanziert und geführt. So sahen sich die USA nach 9/11 als Angegriffene gezwungen, militärisch gegen eine kleine, international agierende und von keiner Regierung gesteuerte Organisation (Al-Qaida) vorzugehen, der sowohl das Territorium als auch eine erkennbare Armee fehlte. Auch der gegenwärtige internationale Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) ist kein Krieg, der gegen einen Nationalstaat, sondern gegen eine sogenannte Terrororganisation geführt wird.

Die wachsende Terrorbedrohung hat dazu geführt, dass nationale Sicherheit komplexer denn je geworden ist. Immer weniger Nationalstaaten sind politisch, militärisch und ökonomisch in der Lage, für Sicherheit zu sorgen und aus eigener Kraft den Terrorismus zu besiegen. Dies ist auch der Grund, warum globale Verteidigungsbündnisse immer mehr an Bedeutung gewinnen.3

Führt der Terrorismus zu einer neuen Weltordnung?

Politiker, Politologen, Soziologen und insbesondere der Papst4 bekräftigen seit 1989/90 in regelmäßigen Abständen die Notwendigkeit einer neuen Weltordnung im Sinne einer Weltautorität oder Weltregierung.5 Dabei wird immer wieder betont, dass kein Nationalstaat die Krisen dieser Welt – darunter fallen der internationale Terrorismus, aber auch die weltweite Hungersnot, die globale Erderwärmung sowie die Finanz- und Flüchtlingskrise – alleine lösen kann.

In regelmäßigen Abständen wird die Öffentlichkeit daran erinnert, dass die Terrorgefahr an jeder Ecke lauere, und ein Anschlag auch in unserer Nähe nicht unwahrscheinlich sei. Aktuelle Vorfälle werden dazu genutzt, die Freiheiten der Bürger durch Gesetze einzuschränken – mit dem Ziel, die Sicherheit zu erhöhen. Durch den „Patriot Act“, einem Gesetz, das den US-Geheimdiensten bis vor kurzem fast uneingeschränkte Handlungsfreiheit bei der Sammlung von Daten garantierte, oder dem deutschen Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung wird die Macht des Staates gestärkt, und der Weg hin zum „gläsernen Bürger“ geebnet: „Insgesamt gesehen haben seit dem 11. September sicherheitspolitische Interessen Vorrang vor Menschenrechtsüberlegungen erhalten. So suchen diktatorische Regimes (...) im Namen der Terrorismusbekämpfung politische und religiöse Minderheiten zu unterdrücken. Auch internationale Wirtschaftshilfe wird zunehmend als Belohnung für Loyalität im Zuge der Terrorismusbekämpfung vergeben. Die internationalen Wirtschafts- und Finanzinstitutionen wie die Weltbank und der IWF [Internationale Währungsfonds] entscheiden neuerdings weniger nach ökonomischen Effizienzkriterien, als nach politischen Opportunitätserwägungen.“6

Folgen der Flüchtlingskrise

Die Kriege in Nordafrika und im Nahen Osten (besonders in Syrien), von denen viele mittlerweile glauben, sie seien durch US-finanzierte Rebellen angezettelt worden7, haben eine gigantische Flüchtlingswelle ausgelöst, die 2015 auch Europa erreichte. Die Folge sind nicht nur Unruhen und eine verstärkte Terrorgefahr durch eingeschleuste IS-Kämpfer, sondern auch eine wirtschaftliche Destabilisierung und Islamisierung Europas. Diese Flüchtlingswelle führt zu einer Völkervermischung und damit zu einer Aufweichung der nationalen Identitäten, die wiederum eine ideale Basis für eine neue Weltordnung darstellt.

Terrorismus im Licht der ­biblischen Prophetie

Jesus selbst deutet in Matthäus 24 auf die Zeichen der Endzeit kurz vor seiner Wiederkunft hin. In den Versen 6 und 7 kündigt er an: „Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei (…) Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere.“ Erfüllen sich diese Worte nicht derzeit vor unseren Augen? Wir können sicher sein, dass die zunehmenden Bürgerkriege, Unruhen und Terroranschläge ein Zeichen dafür sind, dass unser Herr bald kommt.

Wenn wir darüber hinaus Offenbarung 13 aufschlagen, tritt dort nach dem Tier aus dem Meer (Papsttum) und dem Erdentier (USA) das „Bild des Tieres“ in Erscheinung. Seinen Merkmalen zufolge muss es sich dabei sowohl um eine religiöse (in Vers 15 wird es angebetet), als auch um eine staatliche Macht (in Vers 16-17 erlässt es Gesetze) handeln, die weltweit Einfluss hat (Vers 16). Demnach ist es mehr als wahrscheinlich, dass dieses „Bild des Tieres“ eine religiös-politische Weltregierung darstellt, die in der Zukunft errichtet werden wird. Vieles deutet darauf hin, dass eine solch große Veränderung hin zu einer Weltregierung nur durch eine gewaltige Krise erreicht werden kann. So scheint es, dass der internationale Terrorismus aktuell zu einer Destabilisierung der jetzigen Weltordnung beiträgt, um eine solche Weltregierung vorzubereiten.

Paulus schreibt in 1. Thess. 5,3: „Wenn sie sagen werden: Es ist Friede, es hat keine Gefahr –, dann wird sie das Verderben schnell überfallen“. Wenn die Weltregierung errichtet sein wird, ist der Zeitpunkt erreicht, an dem die Menschheit von Frieden und Sicherheit sprechen wird. Dies wird der Moment des Untergangs von Babylon (Offb. 18) und der direkt folgenden Wiederkunft Jesu (Offb. 19) sein.

Fundamentalismus – das ­eigentliche Feindbild?

In der (Endzeit-)Prophetie spielt der Islam keine besondere Rolle. Die Bedrohung geht vom wiedererstarkten Tier aus dem Meer (Papsttum), dem Erdentier (USA) sowie dem Bild des Tieres (Weltregierung) aus. Seit 2001 ist in den Medien jedoch vermehrt von einem islamistisch-fundamentalistisch orientierten Terror die Rede. Die allgemeine Auffassung über den Begriff „Fundamentalismus“ schließt in der Regel auch Fanatismus, Extremismus, Intoleranz und Gewaltbereitschaft ein. Auch wenn wir als Siebenten-Tags-Adventisten unsere Positionen niemals mit Gewalt vertreten, glauben wir theologisch-historisch gesehen an folgende fundamentale Wahrheiten: Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift, Sieben-Tage-Schöpfungswoche, Jungfrauengeburt Christi, stellvertretender Sühnetod Jesu, Christi leibhaftige Auferstehung und Historizität der biblischen Wunder.

Erst kürzlich warnte Papst Franziskus wiederholt sowohl vor moslemischem als auch vor christlichem Fundamentalismus.8 Kann es sein, dass in Zukunft der Kampf gegen den islamistisch-fundamentalistischen Terrorismus auch auf christlich-fundamentalistische Sabbathalter ausgedehnt werden könnte?

Jesus hat uns versprochen, uns selbst in den schwierigsten Zeiten nicht alleine zu lassen (Mt 28,20). In Lukas 21,28 ermutigt er uns: „Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“

Quellen
1 „Liste von Terroranschlägen“, Stand: 10.01.2016; 2 www.politik-soziologie.uni-bonn.de/institut/lehrkoerper/theorie.pdf, S. 72; 3 Vgl. www.politik-soziologie.uni-bonn.de/institut/lehrkoerper/theorie.pdf; 4 „Um die Weltwirtschaft zu steuern, (…) ist das Vorhandensein einer echten politischen Weltautorität … dringend nötig. (…) Darüber hinaus muss diese Autorität von allen anerkannt sein und über wirksame Macht verfügen.“ Enzyklika „Caritas in veritate“ von Benedikt XVI am 07.07.09; Absatz 67; 5 www.welt.de/wirtschaft/article4076847/Papst-Benedikt-XVI-traut-dem-Staat-zu-viel-zu.html; 6 www.politik-soziologie.uni-bonn.de/institut/lehrkoerper/theorie.pdf, S. 78-79; 7 www.n-tv.de/politik/USA-liessen-den-IS-gewaehren-article15177536.html; 8 http://de.radiovaticana.va/news/2015/10/28/papst_nein_zu_fundamentalismus,_ja_zu_elendsbek%C3%A4mpfung/1182625, www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/wie-der-papst-ueber-­fundamentalismus-spricht-13942914.html

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