Deine Erweckung zu einem neuen Leben in persönlicher Beziehung zu Gott

Erweckung
Deine Erweckung zu einem neuen Leben in persönlicher Beziehung zu Gott

Vom praktischen Wachstum der Beziehung zu Gott

Neu für Gott brennen und Ihn persönlich erleben – ist das auch dein Wunsch? Helmut Haubeil berichtet hier aus eigener Erfahrung, was der Schlüssel zu wahrer Erweckung sowie einem lebendigen Gebets- und Glaubensleben ist.

Ich bin in einem adventistischen Elternhaus aufgewachsen. Mit 17 Jahren ließ ich mich taufen und es machte mir Freude, in der Gemeinde mitzuarbeiten. Als ich 34 Jahre alt war, wurde mir bewusst, dass es Dinge in meinem Leben gab, die mich von einer innigeren Beziehung zu Jesus abhielten. Daher bekannte ich meine Sünden, änderte mein Leben und fing an, eine Stunde früher aufzustehen, um genug Zeit für meine Morgenandacht zu haben. Aber eines wollte ich bewusst nicht: Mein Leben Jesus voll anzuvertrauen, damit er mich so gebrauchen könnte, wie es Sein Plan mit mir war. Davor hatte ich Scheu. Ein Jahr später kam durch den plötzlichen Tod eines Freundes (er war Prediger, 41 Jahre), die Frage in mir auf: „… und wenn Gott dich als Prediger rufen würde?“ Das wollte ich unter keinen Umständen. Ich wehrte mich gegen dieses Drängen Gottes. Als ich nach einer Woche des Ankämpfens hilflos am Bett kniete, kam ganz still die Zusicherung: „Gott liebt dich!“ Nach einigen Augenblicken führte dies zur vollen Übergabe an die Liebe Gottes und das „Leben in Fülle“ (Joh 10,10) und nach einem weiteren Ruf Gottes zum Dienst als Prediger. Aus dem Überblick eines langen und erfüllten Lebens kann ich sagen: Es ist herrlich, Jesus zu vertrauen. Es ist wunderbar, Erweckung zu erleben und ein neues Leben mit Jesus im Herzen zu haben, und in der Kraft des Heiligen Geistes zu leben.

Wir reden immer wieder über Erweckung. Aber was bedeutet das eigentlich? Der Duden definiert es so: „Aufwecken aus dem Schlaf, aus dem Tod zurückholen, in jemandem Interesse für etwas erwecken“. In der Bibel ist damit auch verbunden, einen persönlichen Ruf oder einen allgemeinen Impuls von Gott zu erhalten. (5 Mose 18,15; Esra 1,5). Das heißt, Gott gibt uns Impulse, eine Erweckung zu einem neuen Leben zu suchen (z.B. Offb 3,14-22; Mt 25, 1-13 u.a.) – einem Leben in einer persönlichen Beziehung mit Jesus.

Jesus betete im sogenannten hohepriesterlichen Gebet in Joh 17,3: „Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen“. Ellen White betont: „Wichtiger als alles andere ist die Pflege einer persönlichen Beziehung zu Jesus“.1 Dabei geht es um eine Herzensbeziehung mit ihm. Wenn Jesus kommt, wird es Menschen geben, die dachten, sie hätten in seinem Namen große Taten getan, aber Jesus muss ihnen bekennen: „Ich habe euch nie gekannt“ (Mt 7,21-23). Genauso sagt er den törichten Jungfrauen: „Ich kenne euch nicht“ (Mt 25,1-13). Warum? Sie hatten keine persönliche Beziehung zu ihm. Bibelkenntnis und Aktivitäten, so wichtig sie auch sind, können kein Ersatz für eine fehlende Beziehung mit Jesus sein. In dem Gleichnis von den 10 Jungfrauen wird durch die biblische Symbolik Öl/Heiliger Geist außerdem klar, dass diese innige Beziehung zu Jesus durch ein Leben im Heiligen Geist erfahrbar wird. Jesus will durch den Heiligen Geist in unserem Herzen wohnen. (Joh 14, 16-18; Eph. 3,16.17)

Wie geschieht Erweckung? Nikodemus, Leiter und Lehrer in Israel, ein hervorragender Kenner des Wortes Gottes, aktiv und kompetent im Glauben, besuchte Jesus. Er dachte überhaupt nicht daran, dass ihm geistlich etwas fehlen könnte. Er war geistlich tot und hatte keine Ahnung davon. – So verhält es sich nach Jesu Diagnose auch mit der Endzeitgemeinde Laodizea (Offb 3,17). Deshalb sollten wir uns alle vor Gott prüfen und uns die Frage stellen: Bin ich von Neuem geboren, und lebe ich in einer innigen Liebesbeziehung mit Jesus?

Nikodemus reagierte überrascht, als Jesus ihm sagte: „Es sei denn, dass jemand von Neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen“ (Joh 3,3). In Vers 5 sagt er dasselbe nochmal mit anderen Worten: „Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“ Wasser ist hier ein Symbol der Lebensübergabe an Jesus, wie sie in der biblischen Taufe durch Untertauchen zum Ausdruck gebracht wird (Röm 6, 3.4). Sie ist ein Zeichen für die Beerdigung des alten Menschen und die Auferstehung als neuer Mensch mit Christus. Ein Zeichen dafür, dass die eigenen Wege aufgegeben wurden mit der Bereitschaft, ab jetzt Jesus und seinem Wort in allem zu folgen. Mit anderen Worten: ein Zeichen für die Lebensübergabe und den Bund mit Christus.

In Lk 9, 23-24 heißt es: „Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich TÄGLICH und folge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten.“ Jesus spricht hier über unsere Nachfolge: „Wer mir folgen will…“ Er zeigt, dass es um eine grundlegende Übergabe unseres Lebens an ihn geht und dass wir diese Übergabe täglich bestätigen oder erneuern. Jesus tritt also ein für eine tägliche Nachfolge. (Siehe auch 2 Kor 4, 16; 1 Kor 15,31).

Das wird auch aus dem Gebetsunterricht Jesu in Bezug auf den Heiligen Geist deutlich (Lk 11,9-13): „Bittet, so wird euch gegeben; suchet so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. … Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr, wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben, denen, die ihn bitten“ (von der griechischen Verbform her wird hier das fortlaufende, andauernde oder tägliche Bitten betont). Der beste Weg, um beständig im Heiligen Geist zu leben, ist, jeden Morgen mit einer Verheißung um den Heiligen Geist zu bitten und ihn zu empfangen. (Lk 11,9-13; 2 Petr 1,4)

Durch beständiges Empfangen seines Geistes und ein Leben der vorbehaltlosen Hingabe an seinen Dienst (Lk 9,23.24)“2 erfüllt sich, was in Joh 15,4 steht: „Bleibt in mir, so bleibe ich in euch“ (Joh 15,4). In dieser Weise mit Jesus verbunden zu sein, lässt uns wachsen und reifen in der besten Beziehung, die es gibt. Das führt uns Schritt für Schritt zu einem kraftvollen, freudigen, attraktiven und ereignisreichen Leben. Dabei ist völlige Übergabe keine Forderung, sondern eine Erwartung, die sich auf Liebe gründet. Die Bibel vergleicht unsere Beziehung zu Jesus mit einer Ehe. So wie sich bei einer Hochzeit Mann und Frau aus Liebe dem Partner voll und ganz übergeben und sich ohne Vorbehalte aneinander binden, ist es auch in der Beziehung zu Jesus. Er hat sich voll für uns hingegeben und er wünscht sich, dass auch wir uns ihm ganz weihen. Unser Leben in beständiger Übergabe an Jesus führt zum besten Leben, das es für uns gibt. Wir werden geführt von unendlicher Liebe und göttlichen Fähigkeiten. Ich wünsche jedem von ganzem Herzen ein reiches und erfülltes Leben in einer persönlichen innigen Gottesbeziehung.

Buchtipp: Haubeil, H. (2019). Schritte zur persönlichen Er- weckung – Erfüllt sein mit dem Heiligen Geist. Konrad Print & Medien: Rudersberg. Bestellmöglichkeit: Wertvollleben – www.wertvollleben.com; Tel. +49 7183 3071332

Quellen:
1 A Place called Oakwood, p. 163 (PCO 163.4)
2 Das Leben Jesu, S.675

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