Geben heißt Leben!

Finanzen
Geben heißt Leben!

Über sichere Anlagen bei der himmlischen Bank

Wer Gott nachfolgt und ihm auch in finanziellen Angelegenheiten treu ist, wird erleben, wie die „Fenster des Himmels“ für ihn geöffnet werden. Zumindest verspricht uns Gott genau das in seinem Wort! Aber bedeutet der himmlische Segen automatisch Reichtum für mein Leben? Und: Wie lässt sich die Aussicht auf hundertfache Rendite für Jesu Nachfolger in Matthäus 19 verstehen? Finanzvorstand Helge Külls erklärt, welches göttliche Prinzip hinter all dem steckt, und zeigt anhand persönlicher Erlebnisse auf, warum Gottes Wort vertrauenswürdig ist.

Viele Menschen stellen sich aktuell die Frage: Wie kann ich mein Geld in Sicherheit bringen? Beziehungsweise: Wie lege ich mein Geld am besten an? Im Zeitalter von Negativzinsen ist dies eine herausfordernde Fragestellung. Sind Geldanlagen bei einer Bank besser als die Investition in Sachanlagen, wie zum Beispiel Edelmetalle, Immobilien, Autos usw.? 

In der Regel ist die Abwägung zwischen Rendite – also dem Ertrag des in einem bestimmten Zeitraum angelegten Kapitals – und Risiko die entscheidende Komponente. Je höher das Risiko, desto höher die Renditechancen, aber zugleich auch das Verlustrisiko. Die sogenannten sicheren Renditen halten sich aktuell in einem sehr schmalen Prozentbereich, wenn man überhaupt Renditen erzielen kann. 

Alternativ dazu weist uns die Bibel auf eine Investitionsmöglichkeit hin, die (zumindest auf den ersten Blick) eine sagenhaft sichere Rendite verspricht. Wir lesen davon in Matthäus 19,27.29, wo Petrus Jesus die Frage stellt, welche Belohnung die Nachfolge eigentlich hat. „Was wird uns dafür werden?“, will Petrus in Vers 27 wissen. Und die Antwort Jesu überrascht uns in Vers 29: „Und wer Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker verlässt um meines Namens willen, der wird’s hundertfach empfangen und das ewige Leben ererben.“ „Hundertfach" bedeutet: 100% eingesetztes Kapital x 100 = 10.000 Prozent Rendite – unfassbar! 

Könnt ihr euch vorstellen, wie Geschäftsmann Petrus darauf reagiert haben muss? Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie er sich an seinen Bruder Andreas wendete und voller Begeisterung sagte: „Andreas, hast du gehört, was Jesus gerade gesagt hat. Wenn wir unser altes Haus weggeben, bekommen wir hundert neue Häuser. Wir werden reich! Wir können den größten Fischereibetrieb am See Genezareth aufmachen. Wir werden Millionäre!“ 

Moment Mal, wirst du jetzt vielleicht denken ... hat Jesus diese Aussage buchstäblich oder symbolisch gemeint? Das wäre ja zu schön, um wahr zu sein, oder? In 1. Mose 26,12 lesen wir: „Und Isaak säte in dem Lande und erntete in jenem Jahre hundertfältig; denn der HERR segnete ihn.“ Ist dies buchstäblich oder symbolisch gemeint? 

In 1. Könige 17 wird von Elia berichtet, der sich einige Monate bei der Witwe in Zarpat aufhielt, um sich vor König Ahab zu schützen. Die Witwe, die ihn aufnahm, hatte nur noch eine Handvoll Mehl und ein wenig Öl im Krug, als er kam. Genug für eine Mahlzeit. Nachdem Gott das Vermehrungswunder vollbrachte hatte, wurden von den wunderbar vermehrten Gütern drei Personen über mehrere Monate satt. Ist das buchstäblich oder symbolisch zu verstehen? 

Oder denken wir an Johannes 6 (die Speisung der 5.000). Ein kleiner Junge bringt seine fünf Brote und zwei Fische, und es werden mehr als nur 5.000 Männer satt. War dies eine buchstäbliche oder symbolische Vermehrung? 

Die Antwort liegt wohl auf der Hand, oder? Es ist bemerkenswert, was Ellen G. White zur Begebenheit in Matthäus 19,29 schreibt: „Wer wirklich Interesse am Werk Gottes hat und bereit ist, etwas für seinen Fortschritt zu wagen, wird darin eine sichere Anlage finden. Manche werden in diesem Leben hundertfachen Gewinn erhalten und in der kommenden Welt das ewige Leben (vgl. Mt 19,29b). Aber es werden nicht alle in diesem Leben das Hundertfache bekommen, weil sie es nicht verkraften können. Würde ihnen so viel anvertraut, würden sie unkluge Haushalter werden. Der Herr hält es zu ihrem Besten zurück, aber ihr Schatz im Himmel ist sicher. Wie viel besser ist eine solche Investition!” (Gottes Gaben verwalten, S. 234.235) 

Wenn wir also daran glauben, dass Jesu Wort die Wahrheit ist, dann ist die Rendite der Himmelsbank im Verhältnis von Risiko zu Rendite der absolute Topfavorit in unserer Anlageskala. Und tatsächlich gibt es Erfahrungsberichte, die genau davon zeugen. Einen davon las ich vor einigen Jahren in der Zeitschrift Dynamic Steward der GK-Abteilung Haushalterschaft. Darin gab es ein Interview zwischen dem Evangelisten Mark Finley und einer Unternehmerin namens Judith Thomas. Judith Thomas hatte Anfang der 90er Jahre die Idee gehabt, Software in Krankenhäusern einzusetzen, um die Arbeitsabläufe zu vereinfachen. Sie stellte einen Programmierer und einen Buchhalter ein, während sie selbst versuchte, die Software zu vermarkten. Sie weihte diese Firma Gott und sagte: Von allen Erträgen werde ich den doppelten Zehnten und 10 % Gaben geben. Nach einem Jahr fragte sie ihren Buchhalter nach dem Ergebnis. Er sagte, dass dies positiv ausgefallen sei. Judith erwiderte daraufhin, dass sie im nächsten Jahr 20 % Zehnten und 20 % Gaben von den Erträgen zahlen wolle. Nach und nach war sie zwischenzeitlich bei 60 bis 70% an Zehnten und Gaben angelangt und konnte in den vergangenen Jahren mehr als sechs Millionen US-Dollar der Gemeinde und karitativen Projekten zukommen lassen. 

Judith Thomas hat das Prinzip Gottes verstanden. Dieses Prinzip lautet: „Geben heißt Leben“ und sie kommt am Ende des Interviews zu dem Schluss: „Ich kann nicht anders, als dem Herrn zu geben!“ 

Geben – ein Ausdruck von Liebe 

Die Liebe übertrifft wohl alle Eigenschaften Gottes, und Liebe drückt sich immer im Geben aus. Man kann zwar geben, ohne zu lieben, aber nicht lieben, ohne zu geben! Die Natur ist uns da ein anschauliches Beispiel. Die gesamte Schöpfung, mit Ausnahme des menschlichen Herzens nach dem Sündenfall, zeigt uns immer noch deutlich ein Abbild des Charakters Gottes. So gibt etwa ein Berg Raum, damit ein Bach hinunterfließen kann, der Bach seinerseits gibt Nährstoffe an Pflanzen ab, die an Ufern wachsen und an denen er vorbeifließt. Die Pflanzen liefern Heilstoffe, Nahrung, Sauerstoff für das Leben anderer. So hat Gott einen Kreislauf des Gebens in die Schöpfung eingebaut, der uns sein Wesen vor Augen führt. 

Es ist DAS Prinzip Gottes, und es lautet: Geben heißt Leben! 

In Sprüche 19,17 heißt es: „Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem Herrn, und der wird ihm vergelten, was er Gutes getan hat.“ Das Wort „vergelten“ bedeutet im Hebräischen wörtlich „zurückzahlen“ oder „wiedererstatten“. Es geht an dieser Stelle aber nicht darum, ein von vielen propagiertes Wohlstandsevangelium zu verkünden, frei nach dem Motto: „Wenn ich mich für Gott entscheide, werden seine Segnungen zwangsläufig Reichtum für mich als Folge haben.“ Es geht nur darum, dass Gott verspricht, uns die Hände wieder zu füllen, damit wir anderen Gutes tun können. 

Dass Gott sein Versprechen hält, durften wir als Familie in der Vergangenheit mehrfach erfahren. Als vor einigen Jahren das schlimme Erdbeben auf Haiti war, machten wir uns in unserer Familienandacht Gedanken, wie wir den armen Menschen dort praktisch helfen können. Wir kamen schnell zu der Überzeugung, dass wir Geld an ADRA geben könnten, die vor Ort Hilfsleistungen anboten. Nachdem wir uns einige Bilder der Katastrophe im Internet angeschaut hatten, waren unsere beiden Töchter bereit, nahezu ihr gesamtes Jahrestaschengeld für diese armen Menschen zu spenden. Ich schaute meine Frau an und wir beide entschieden uns daraufhin auch, eine für unsere Verhältnisse große Spende zu geben. Als wir nach weniger als drei Monaten alle unser Geld vollständig zurückerhalten hatten, war mir bewusst, dass es sich dabei nicht um einen Zufall handeln konnte. 

Gott hatte als Schöpfer aller Dinge sein Eigentum in unsere Hände gelegt, damit wir es zu seiner Ehre nutzen! Dieses Prinzip fand ich auch in vielen Aussagen von Ellen White wieder. Nachfolgend habe ich drei Beispiele gewählt: 

1. „Das immerwährende Austeilen der göttlichen Gaben, ganz gleich, ob für des Herrn Sache oder als Hilfe für Notleidende, führt nicht zur Armut.“ (WA, S. 343-344) 

2. „Mittel, die zum Segen anderer benutzt werden, erhalten wir irgendwie zurück.“ (BRG, S. 306) 

3. „Oft klagen wir über die dürftigen Mittel, die uns zu Gebote stehen, aber wenn es den Christen wirklich ernst wäre, könnten sie die Quellen tausendfach vermehren.“ (WzG, S. 151) 

Gott öffnet die „Fenster des Himmels“ für uns 

In Maleachi 3,8-11 sagt Gott zu seinem Volk: „Ist’s recht, dass ein Mensch Gott betrügt, wie ihr mich betrügt? Ihr aber sprecht: ‚Womit betrügen wir dich?‘ Mit dem Zehnten und der Opfergabe! Darum seid ihr auch verflucht; denn ihr betrügt mich allesamt. Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der Herr Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle. Und ich will um euretwillen den Fresser bedrohen, dass er euch die Frucht auf dem Acker nicht verderben soll und der Weinstock auf dem Felde euch nicht unfruchtbar sei, spricht der Herr Zebaoth.“ 

Gott verspricht, für uns die Fenster des Himmels zu öffnen, wenn wir bereit sind, ihm treu unsere Gaben und Zehnten zu bringen. Der Ausdruck „Fenster des Himmels“ kommt im Alten Testament nur fünf Mal vor. Zwei Mal bei der Sintflut, als die Menschheit ihren Untergang fand; und ebenfalls zwei Mal in 2. Könige 6 und 7 bei der Belagerung Samarias. Gott hatte durch den Propheten Elisa versprochen, dass diese verheerende Hungersnot am nächsten Tag beendet würde. Ein Diener des Königs spottete, dass das nicht glaubhaft sei und Gott dann schon ein riesiges Wunder tun und wie bei der Sintflut die Fenster des Himmels öffnen müsste. Gott tat dieses Wunder. Das fünfte Mal werden die Fenster des Himmels in Maleachi 3 erwähnt. Gott verspricht, für jeden von uns ein erstaunliches Wunder zu wirken, wenn wir bereit sind, ihm gehorsam zu sein und ihm unsere Zehnten und unsere Gaben in voller Höhe bringen! 

Das kann ich selbst bezeugen. Denn nach meinem dritten Jahr im Theologiestudium war unser erspartes Geld aufgebraucht. Ich hatte zwar in den Sommerferien einen gut bezahlten Ferienjob in meiner ehemaligen Bank bekommen, aber das Monatsgehalt von dreimal 3.500 Euro reichte nicht aus, um all die Kosten für mein viertes Studienjahr in Bogenhofen zu bezahlen. Wir brauchten ca. 20.000 Euro, um ohne Schulden über die Runden zu kommen. Als ich das erste Gehalt von 3.500 Euro bekam, war ich versucht, meinen Zehnten nicht zu bezahlen ... Ich argumentierte mit Gott, dass es mir momentan finanziell nicht so gut ging und ich den Zehnten dann später, wenn ich wieder Geld verdienen würde, zurückzahlen könne. Je länger ich jedoch darüber nachdachte, desto mehr wurde mir bewusst, dass es vermutlich besser wäre, mein Studium abzubrechen, als den Zehnten nicht zu zahlen. Ich wollte schließlich Prediger werden! Was sollte ich dann später den Geschwistern erzählen? Dass Gottes Wort nicht vertrauenswürdig ist? 

Nach dieser kurzen Zweifelsperiode entschied ich mich, den Zehnten zu zahlen. Ich tätigte die Banküberweisung und kam am nächsten Sabbat in den Gottesdienst unserer damaligen Gemeinde. Am Ende gab mir eine Schwester einen Briefumschlag, mit der Bitte, ihn erst daheim zu öffnen. Es stellte sich heraus, dass in dem Briefumschlag mehr Geld war, als ich Zehnten gezahlt hatte. Aber dieses Geld reichte nach wie vor nicht aus, um die Finanzlücke von mehr als 10.000 Euro zu schließen. Während ich in der Bank arbeitete, fragte mich kurz darauf ein ehemaliger Kollege, der als Unternehmensberater dort angestellt war, ob ich ihn nicht mit meinem Fachwissen in den folgenden Herbstferien für eine Woche in einem Projekt unterstützen könne. Ich sagte ihm, dass es sich kaum lohnen würde, für eine Woche von Österreich nach Hamburg zu kommen. Aber er teilte mir mit, dass ich dafür 800 Euro pro Tag bekommen würde. Ich war fast sprachlos und sagte: „Ich komme!“ Mit einem weiteren Anschlussjob war unsere Finanzlücke dann komplett geschlossen. Während ich aktiv als Banker arbeitete, hatte ich mich vergeblich um solche Jobs bemüht, und als ich nun Theologiestudent war und mich inhaltlich von dieser Arbeit verabschiedet hatte, öffnete mir Gott tatsächlich die Fenster des Himmels. 

Gott steht zu seinem Wort 

Es gäbe noch einige solcher Erfahrungen zu erzählen, die mir eine Sache klar gemacht haben: Gott braucht unser Geld nicht. Er möchte aber unser Herz gewinnen, damit andere Menschen ihn durch unser Wesen und Zeugnis kennenlernen. Gott steht zu seinem Wort. Und durch beständiges Geben werden wir von unserer Selbstsucht befreit! Deshalb will ich zum Schluss eine direkte Frage stellen: Möchtest du Gott in deinem Leben ganz praktisch erleben? Dann fang an zu geben – denn geben heißt Leben!

Info: Spenden-App der Adventisten 

Mit einer Spenden-App hat die Freikirche der Siebenten-Tags- Adventisten in Deutschland seit dem 1. April die Möglichkeiten zum digitalen Spenden eröffnet. Aufgrund des europaweiten Einsatzes trägt die Spenden-App den englischen Namen „MyOfferings“. Sie kann im App Store von Apple für iOS-fähige Smartphones und Tablets sowie auch im Google Play Store für Android-fähige Geräte kostenlos heruntergeladen werden. Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig gerade in Zeiten wie diesen das Vorhandensein unterschiedlicher Bezahl- und Spendenmöglichkeiten ist. Eine kurze Anleitung zum Gebrauch der App sowie Antworten auf die gängigsten Fragen, die sich rund um die App ergeben könnten, gibt es hier: www.adventisten.de/spenden 

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