Stolpersteine des Lebens ...

Leben
Stolpersteine des Lebens ...

... und Gottes liebevolle Handschrift darin

Meinen Großeltern habe ich zu verdanken, dass ich in eine adventistische Familie hineingeboren wurde und mit dem Glauben aufwuchs. Als ich noch klein war, fuhren wir jeden Sabbat nach Offenburg in die Gemeinde. Doch in meinen Jugendjahren sowie später, als ich bereits selbst Familie hatte, wurde Gott zur Nebensache. Der Alltag und das sogenannte „Weltliche“ standen im Fokus meines Lebens; die Sabbattage waren für mich eher hinderlich als aufbauend und segensreich: Ich konnte weder einkaufen noch den Haushalt oder andere Dinge erledigen ... Die Verbote am Sabbat standen für mich im Vordergrund. Dass Gott so einen großen Segen auf diesen Tag gelegt hatte, bemerkte ich damals nicht. Obwohl ich dieses Geschenk des Himmels so sehr gebraucht hätte, wollte ich es einfach nicht annehmen. In dieser Zeit hatte mich zudem die Nikotinsucht im Griff und vernebelte meine Sinne. Doch Gott ließ mich nie im Stich und klopfte immer wieder sanft an meine Herzenstür. Er baute mich nach so manchen Stolpersteinen des Lebens wieder auf und schenkte mir Lösungen, Kraft und Trost. Ich zweifelte nie an Gottes Existenz und betete jeden Tag zu ihm – meistens aus vollem Herzen, wenn es mir nicht gut ging.

In seine Hände

Da ich tief in meinem Inneren den Wunsch hatte, dass mein kleiner Sohn Gott kennenlernt, vereinbarte ich Bibelstunden mit einem Pastor aus Offenburg. Zeitgleich bekam auch ich Bibelunterricht, doch abgesehen davon änderte sich nicht viel an meinen Gewohnheiten. Eines Tages drang da jedoch plötzlich dieser Felsbrocken wie aus dem Nichts in mein Leben und nahm mir die Luft zum Atmen ... Mein achtjähriger Sohn Dominique erkrankte an einem Tumor. Mir zog es den Boden unter den Füßen weg und alles wurde nebensächlich! Ich flehte Gott an, mir mein einziges Kind, das ich über alles in der Welt liebte, nicht wegzunehmen. Auch meine Familie und Geschwister aus der Gemeinde (die ich lediglich in meinen Kindertagen besucht hatte) beteten für die Genesung meines Sohnes. Unser damaliger Pastor in Offenburg, Mato Werner, kümmerte sich in dieser Zeit um unsere gesamte Familie und war für uns da. Es fanden auch Gebetskreise statt, die mir Hoffnung gaben. Auch wenn die Prognosen der Ärzte nicht gut waren, spürte ich, dass all diese Gebete tief und ehrlich aus meinem Herzen kamen. Solch ein Gefühl hatte ich bisher nicht gekannt. Noch nie zuvor empfand ich Gottes Nähe so deutlich und stark wie in jenen Tagen. Gott erfüllte mich mit Ruhe und Zuversicht, und ich schenkte ihm mein ganzes Vertrauen und legte mein einziges Kind in seine Hände.

Schließlich wurde Dominique an einem 25. Oktober, meinem Geburtstag, operiert. Die OP dauerte mehrere Stunden und ich konnte nichts tun ... Ich ging in den Krankenhauspark und suchte einen ruhigen Ort, den ich auf einer Sitzbank fand. Dort flehte ich zu Gott, er möge die Hände der Ärzte führen. Mein Gebet war noch nicht einmal beendet, als ich bemerkte, wie mich so viel Kraft durchströmte, dass ich danach sogar einen Happen essen konnte (schon Tage zuvor hatte ich keinen Bissen runterbekommen). Gott belohnte mein Vertrauen in ihn und schenkte mir mein Kind an meinem Geburtstag ein zweites Mal. Die Ärzte bestätigten mir zwar die Schwere der Operation, überbrachten mir jedoch zeitgleich die erleichternde Nachricht, dass der Tumor doch gutartig gewesen sei. Ich war Gott so unendlich dankbar, dass ich mir vornahm, ihn nun wieder in meinen Lebensmittelpunkt zu rücken.

Ein sehnlichster Wunsch

Den endgültigen Schritt zur Taufe schaffte ich allerdings noch nicht. Ich fühlte mich nicht bereit, weil ich ja immer noch kein perfekter, sondern ein durch und durch sündhafter Mensch war. Zudem hatte ich kein Verlangen danach, die Gemeinde zu besuchen. Ich fand, dass die Beziehung zwischen Gott und mir ausreichend war. Nach und nach verfiel ich jedoch wieder in meinen früheren Alltag. Ich bin unserem Vater im Himmel so dankbar, dass er mich trotzdem in den vielen nachfolgenden Jahren nie aufgab und mich sogar von heute auf morgen von meiner Nikotinsucht befreite.

Vor einiger Zeit erfüllte sich ein Herzenswunsch und mein mittlerweile 24-jähriger Sohn und seine Freundin zeigten von sich aus Interesse an Bibelstunden und hatten viele Fragen. Ich nahm Kontakt mit dem Pastor aus der Gemeinde Achern auf. Seine fröhliche und aufgeschlossene Art erreichte schnell unsere Herzen. Auch mein Mann freute sich jedes Mal auf die Bibelstunden. Parallel dazu erfüllte sich ein weiterer sehnlichster Wunsch: Ich wurde wieder schwanger und erwartete ein kleines Mädchen. Die Schwangerschaft gestaltete sich allerdings sehr schwierig. Ich tat alles, was in meiner Macht stand, doch in der 26. Schwangerschaftswoche wurde ich in das Geburtskrankenhaus mit angrenzender Kinderintensivstation eingeliefert. Genau sieben Tage später kam meine Tochter Laura zur Welt; sie war ein sogenanntes Extremfrühchen. „Warum ...?“, dachte ich bei mir. „Warum passiert das alles? Was mache ich falsch, dass ich immer um das Leben meiner Kinder fürchten muss?“

Doch Gott ließ mich auch dieses Mal nicht alleine. Obwohl ich ihm nicht immer treu war, versprach er mir erneut die Treue. Er gab mir ein unmissverständliches Zeichen, dass er mein kleines Mädchen beschützte und bei uns war: Nach sieben Tagen im Krankenhaus kam Laura im gerade erreichten 7. Schwangerschaftsmonat zur Welt. Es war der 7.7.2015 um 17:01 Uhr. Sie lag im Inkubator-Bettchen Nr. 7 und hatte insgesamt sieben Blutschwämmchen. Ich wusste, dass die „Sieben“ eine göttliche Zahl ist und Vollkommenheit bedeutet. Und vollkommen, das war unsere Tochter! Laura benötigte nur eine Atemunterstützung, sie hatte keine Hirnblutung, keine Komplikationen und der Darm funktionierte wunderbar. Die Ärzte sagten, dass der Zustand unserer Tochter ein kleines Wunder sei. Doch für uns war und ist es Gottes liebevolle Handschrift in unserem Leben! In dieser Zeit spürte auch mein Mann, der damals die katholische Kirche besuchte, Gottes Gegenwart ganz besonders.

Ich bin so unendlich dankbar, wie Gott in meinem Leben gewirkt hat, dass ich das starke Bedürfnis empfand, mich öffentlich zu ihm zu bekennen und in seine Gemeinde zu gehen, um ihn dort mit vielen anderen anzubeten und ihn zu verherrlichen. Die Gemeinde Achern ist für uns ein zweites Zuhause geworden. Ich bin froh, dass Gott mich trotz meiner Schwächen und Fehler annimmt. Mit seiner Hilfe, Liebe und Kraft will ich den Versuchungen des Lebens trotzen und ihm eine Freude sein. Ich hatte meinen Vater im Himmel 39 Jahre warten lassen. Doch an meinem Tauftag im Juli 2016 in Offenburg wollte ich endlich von ganzem Herzen seine Tochter werden.

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