Feuer im Josia-Zentrum

Glaube
Feuer im Josia-Zentrum

Wie Gott eine Katastrophe verhinderte

Am 1. Weihnachtstag zerstörte ein Feuer Fahrradport und Holznebenbau des Josia-Zentrums in Isny. Nur fünf Minuten später, und das Gemeindegebäude hätte nicht vor den Flammen bewahrt werden können. Wie Gottes Vorsorge größeren Schaden verhinderte, und warum Annette Zeh, Eigentümerin der Immobilie, hinsichtlich zukünftiger Pläne weiterhin auf Gottes Führung vertraut – das erklärt sie hier.

Es ist Mittwoch, der 25. Dezember 2019. Ein gemütlicher Abend, ruhig und still, wie es zwischen den Feiertagen so ist. Dass das Telefon plötzlich klingelt, ist bei uns nichts Ungewöhnliches abends um 21 Uhr. Ach, vermutlich haben unsere lieben Bewohner drüben im Josia-Zentrum etwas auf dem Herzen, was sie noch unbedingt loswerden wollen, denke ich mir. Doch die Stimme eines verunsicherten Jugendlichen am anderen Ende verrät sofort, dass etwas Schreckliches passiert sein muss: „Annette, ruf die Feuerwehr, im Fahrradport brennt’s ...“

Anschließend geht alles sehr schnell. Als unsere Familie nach zehn Minuten Fahrt beim Josia-Zentrum ankommt, steht der Fahrradport mitsamt den Abstellräumen bereits in Flammen. Ein grauenvolles Bild. Das kann doch nicht wahr sein. Überall dieser Qualm und beißender Geruch. Schade um die vielen nützlichen Sachen, die jeder so bevorratet hatte ... die ganzen Winterräumgeräte, der Rasentraktor, all die Fahrräder der Familien, die in den Mietwohnungen leben, und der Studenten der Josia-Missionsschule ... Wie werden sie es aufnehmen, wenn sie nach den Ferien zurückkommen? Oh nein, das schöne Holzkanu, das die Josia-Schüler in mühevollster Kleinstarbeit über ein Jahr lang aufgebaut hatten – unwiederbringlich. Es ist schlimm, wenn man zuschauen muss und nichts aufhalten kann.

Die vierzig Rettungskräfte haben alle Mühe, den Brand (vermutlich durch einen Kurzschluss ausgelöst) unter Kontrolle zu bringen. Trotzdem kann ein Übergreifen auf das Dach des Gemeindegebäudes nicht verhindert werden. Doch wie gut, dass die Feuerwehr hervorragende Arbeit leistet und ihnen alle Brandschutzpläne vorliegen, sodass sie sich im Inneren gut zurechtfinden. Um sicherzugehen, müssen die 14 Hausbewohner ins Rot-Kreuz-Haus evakuiert werden. Bis es dazu kommt, kochen liebe Nachbarn heißen Tee, andere kommen vorbei und bieten ihr Haus als Rückzugsort an. Wie wertvoll es doch ist, gute Nachbarschaft zu pflegen, merkt man in solchen Momenten.

Ein Weg des Glaubens


Dass die Feuerwehr so schnell zur Stelle war, verdanken wir Gottes wunderbarer Führung. Als der Alarm anging, wurde gerade im Feuerwehrhaus ein Geburtstagsfest gefeiert, sodass alle schon vor Ort waren und sich nur noch ankleiden mussten. Was für ein Segen! Denn hätten die Löscharbeiten nur fünf Minuten später begonnen, hätte ein Übergreifen auf die gesamten Gemeinderäumlichkeiten kaum verhindert werden können, war vom Kommandanten zu hören. Wie wunderbar hat hier der Herr vorgesorgt – wie uns auch anschließend unser guter Freund und Pastor im Ruhestand Helmut Haubeil ermutigend zugesprochen hat.

Er war überhaupt damals derjenige, der maßgeblich daran beteiligt war, dass in Isny eine Neulandgemeinde mit einer Schule entstand. Ende 2003 kam er mit der Frage auf uns zu, ob wir bereit wären, in der Isnyer Neulandgruppe mitzuhelfen. Schließlich würden wir viel näher an Isny wohnen als an Wangen. Die Zusage fiel uns leicht. Kurz nach unserer Taufe im Jahr 1997 hörten wir eine Predigt von ihm, wie wichtig es sei, dass unsere Kinder in adventistischen Gemeindeschulen unterrichtet werden. Dieser Gedanke hat bei uns bis heute einen hohen Stellenwert.

2003 kamen dann Carsten und Mirjam Reinhold in den Bezirk und waren ebenso von der Vision ergriffen, eine adventistische Schule zu gründen. In einer Neulandgemeinde könne dies unter Umständen viel leichter machbar sein – ermutigten wir uns gegenseitig und gingen diesem Vorhaben weiter nach. 2006 erfuhren wir von einer ehemaligen Jugendherberge in Isny. Ob das nicht eine Hausnummer zu groß für uns ist? – kam direkt die Frage auf. Wir brauchen doch nur eine Unterkunft für eine kleine Schule und für den Gottesdienst. Wie werden wir die ganzen Räume füllen, wie sollen wir die Umbaumaßnahmen schaffen und wie bekommen wir das Ganze finanziert?

Dennoch ließ uns der Gedanke nicht mehr los. Die Räumlichkeiten in Isny schienen wie für eine Schule gemacht. Aufgrund des früheren Schullandheims hingen die Tafeln bereits an der Wand. Gott hatte auch hier schon vorgesorgt. Nach einigen Verhandlungen und schier unüberwindbaren Hürden konnten wir die ehemalige Jugendherberge käuflich erwerben. Doch damit nicht genug. Obwohl der Schulrat sehr eindringlich seine Bedenken gegenüber der damaligen Schulleiterin äußerte, flatterte dennoch drei Tage vor Schulbeginn die Genehmigung ins Haus. Kaum zu glauben! Die Josia-Schule konnte 2006 planmäßig starten.

Und damit nicht genug ...


„Lasst uns hier zusätzlich eine Missionsschule unterbringen“, war Juri Tytschinas Vision und volle Überzeugung. Doch es sollte dauern, bis sich dazu ein geeignetes Team zusammenfand. Genau in dieser Phase war es wiederum Helmut Haubeil, der sich meldete: „Ich sehe, ihr habt in Isny große Räumlichkeiten. Die österreichische TGM-Gruppe hat ein fertiges Missionsschulteam. Missionsstudenten sind bereits angemeldet, doch sie haben noch kein Gebäude gefunden, wo sie mit dem Unterricht beginnen können. Seid ihr bereit, sie so lange aufzunehmen?“, war seine Frage. Der Platz unter dem Dach reichte für TGM-Missionsstudenten wunderbar aus. Gekocht wurde unten in der alten Jugendherbergsküche. Im Jahr darauf wurde die TGM-Missionsschule in Kärnten fündig. In der Zwischenzeit formierte sich das Team der Josia-Missionsschule und konnte somit 2007 unter der Leitung von Michael Dörnbrack und Rahel Ludwig ihren Einzug halten.

Jedes Jahr – spätestens wenn beide Schulen ihre Abschlussgottesdienste feiern – empfinden wir tiefe Dankbarkeit über das, was Gott bisher bereits getan hat und welchen Segen wir empfangen durften. Es ist eine große Freude für uns, mitzuerleben, wie viele Multiplikatoren hier bereits ausgebildet wurden und das Erlernte hinaustragen, um Menschen für die Ewigkeit zu erreichen. All die Mühe, all den Aufwand hat Gott wunderbar belohnt.

Nun sehen wir für die nahe Zukunft einer weiteren Vision entgegen. Die neue Küche in der Josia-Schule soll u.a. missionarisch eingesetzt werden. Unter dem Motto „Tue der Stadt Bestes ...“ ist geplant, eine vegane Kochschule zu etablieren. Darüber hinaus arbeiten wir an einem Konzept, eigene gesunde kulinarische Produkte herzustellen, die dann in der Innenstadt und darüber hinaus vermarktet werden.

Doch situationsbedingt fließt im Augenblick vorrangig sehr viel Energie in die Sanierung der vom Brand betroffenen Gemeindenebenräume. Parallel dazu werden wir uns mit der Planung und Wiederherstellung eines neuen Nebengebäudes befassen müssen. Es werden viele Schritte notwendig sein, bis wieder alles so ist, wie es sein soll. Aber mit Gottes Hilfe gehen wir weiter voran. Denn von Anfang an war der Weg des Josia-Zentrums ein Weg des Glaubens. Und das wird er auch weiterhin bleiben.

Josia-Zentrum in Isny – wie alles begann:
2004 Gründung der Neulandgruppe Isny
2004 Großer Buchevangelisten-Einsatz in Isny
2006 Gründung der Josia-Schule
2007 Gründung der Josia-Missonsschule
2008 offizielle Gemeindegründung
2008 Errichtung des Fahrradports mit Abstellräumen
2015 Die Josia-Schule wird Gemeinschaftsschule
2017 Anbau der Josia-Schule
2019 Bezug der neuen Klassenzimmer
2019 Anbindung von Anbau/Dachterrasse zum Dachgeschoss der Missionsschule

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