Ein Leben für den Herrn der Welt

Berufung
Ein Leben für den Herrn der Welt

Harald Wöhners Berufung und Dienst

Für welchen Beruf soll ich mich entscheiden? Wo und wie finde ich Sinn und Erfüllung für mein Leben? Fragen wie diese stellen sich viele junge Menschen. Und auf der Grenze zum Ruhestand begegnen ihnen diese Fragen erneut: War es das wirklich? Wofür habe ich meine Zeit eingesetzt, wovon geträumt, wofür gekämpft? Was habe ich erreicht? Was hat mein Leben bestimmt? Es ist erstaunlich – im Rückblick haben sowohl Enttäuschte als auch Begeisterte eines gemeinsam. Sie stellen fest: So (schwer oder schön) habe ich mir mein Leben nicht vorgestellt!

Ähnlich ergeht es nun auch Harald Wöhner. Nach 36 Jahren als Prediger beendet er in diesem Jahr seinen aktiven Dienst in der Baden-Württembergischen Vereinigung, deren Profil er wesentlich mitgeprägt hat. Seit vielen Jahren miteinander freundschaftlich verbunden, fragte ich ihn, wie ihm auf der Schwelle zum Ruhestand zumute sei. Seine spontane Reaktion: „Das größte Geschenk, dass mir Gott im Leben machen konnte, waren diese 36 Jahre im Dienst. Kein Beruf ist so vielseitig wie der eines Predigers – temporeich, unglaublich interessant, segensreich und völlig erfüllend!“

Auf die Frage, warum das so sei, sprach er von der Vielseitigkeit und Einmaligkeit dieser Aufgabe, von den vielen wertvollen Begegnungen mit Menschen in Hauskreisen, in der Jugend- und Teeniearbeit, bei Seniorentreffen, in der Seelsorge, in Bibelstunden, bei der Anleitung junger Prediger, in Bruderkreisen, in den Ausschüssen und Arbeitskreisen sowie bei den ca. 150 Freizeiten, die er während seines Dienstes gestaltet hat. Davon fanden dreißig missionarische Hauskreis-Freizeiten in St. Stephan (Schweiz) mit vielen Entscheidungen für Christus statt.

Geschenke Gottes

Zugleich war sein Dienst, so berichtet er, mit größten Herausforderungen und echten Opfern verbunden: sowohl zu Beginn im Bezirk Tübingen/Reutlingen als auch im nachfolgenden Bezirk Freiburg sowie während der sieben Jahre als Jugendabteilungsleiter in der Vereinigung. Persönliche Anfechtungen blieben auch in der darauffolgenden Zeit als Beauftragter im Predigtamt, als Bezirksprediger im Bezirk Filder-Neckar-Alb und in den letzten vier Jahren als Abteilungsleiter im Predigtamt nicht aus.

Das hinderte Harald Wöhner jedoch nicht daran, seinen fruchtbaren Dienst fortzuführen. Was sein Geheimnis ist? Bis heute empfindet er Menschen, die er betreuen soll, stets als Geschenke Gottes. Sein echtes Interesse an ihnen, seine Liebe für sie – so konnte ich es sehr oft beobachten – weckt ihr Vertrauen und macht sie empfänglich für das Evangelium. In den acht Jahren im Bezirk Freiburg durfte er durch Gottes Gnade viele Menschen zu Jesus führen und erlebte dabei nicht selten ihre Glaubenskämpfe mit. Bei Bibelstunden, Hauskreisen oder Freizeiten – und besonders in der Jugendarbeit – war es sein großes Anliegen, biblische Werte zu vermitteln und die Charakterentwicklung des Einzelnen in Zusammenarbeit mit Gott zu fördern.

Unterstützt wurde er dabei von seiner Frau Lorna, die an seiner Seite in all den Jahren viele Opfer brachte und die Harald Wöhner als „Geschenk meines Lebens“ bezeichnet. Sie wuchs in einer Missionarsfamilie in Zaire (Afrika) auf und erhielt dort ihre geistliche Prägung. Harald Wöhner ist Gott dankbar für seine Ehe, für seine ganze Familie und für seine Söhne René und Marcel, die beide aus Überzeugung Jesus nachfolgen.

Auf meine Frage, wie es dazu gekommen sei, dass er Jesus annahm und Prediger wurde, nennt er Menschen und Erfahrungen, die entscheidend waren. Eine große Bedeutung hatte sein Elternhaus, das geistliche Leben in der Familie, aber auch seine Schwiegereltern. Die Andachten, der Sabbatanfang, bei dem seine Mutter Klavier spielte, die Lieder und ganz besonders die Geschwister seiner Heimatgemeinde Coburg, die ihn mit ihrer Liebe und Aufmerksamkeit „in der Gemeinde gehalten haben“. Tiefen Eindruck hinterließ beim jungen Harald der Gemeindeälteste mit seiner Art, wie er mit Menschen umging und wie er die Kinder mit seinen Geschichten fesselte.

In seiner eigenen Kindheit bewahrte Gott Harald Wöhners Leben mehr als einmal: Als er mit etwa zwei bis drei Jahren bei 60 km/h aus einem fahrenden Auto herausfiel, oder als er sich einen kochenden Gemüseeintopf über den Kopf leerte und der behandelnde Arzt die Mutter darauf vorbereitete, dass der kleine Harald mit vielen Narben im Gesicht leben müsste  – worauf seine Mutter antwortete: „Das wird nicht passieren, denn ich habe mit einem Größeren gesprochen.“ Offensichtlich hat sie Recht behalten!

Andere Pläne

Beruflich hatte Harald Wöhner ursprünglich ganz andere Pläne. Doch dann kam der Unfall an der Kreissäge, der seine Hand beschädigte, als er 18 war. Ausgerechnet dieser Vorfall brachte Harald Wöhner zur Überzeugung, dass Gott etwas mit ihm vorhatte. Im gleichen Jahr fand auch eine Zeltevangelisation mit Vorträgen von Heinz Hopf in Coburg statt, von denen er sich sehr angesprochen fühlte. Daher ließ er sich zunächst als Maschinenbau-Techniker umschulen, heiratete und wollte daraufhin mit seiner jungen Frau, die eine Ausbildung zur Krankenschwester beendet hatte, in die Mission nach Zaire gehen. Er hatte nicht vor, Prediger zu werden, obwohl er schon früher darauf wiederholt angesprochen worden war.

Während er auf die Abreise nach Afrika wartete, arbeitete er im adventistischen Krankenhaus Waldfriede in Berlin. Es war dort das Gespräch mit einem Patienten, dem Direktor eines großen Konzerns, das ihm die Augen für seine Berufung als Prediger öffnete. Dieser bot ihm einen attraktiven Job im technischen Bereich an und sagte zu ihm: „Herr Wöhner, Sie müssen in den Außendienst!“ Diese Aussage saß! Kurz danach teilte er dem Direktor mit, dass er sich entschieden hatte, Pastor zu werden. Dieser antwortete: „Das ist genau richtig!“ Am darauffolgenden Wochenende offenbarte ihm eine Schwester seiner Heimatgemeinde, dass sie schon seit zwei Jahren dafür betete, dass er Prediger werden möge.

Es folgte Harald Wöhners Studium in Bogenhofen, das mit vielen, scheinbar unüberwindbaren finanziellen Herausforderungen verbunden war. Doch Gott öffnete alle Türen! Nach seinem Studium bekam er eine Anstellung in Baden-Württemberg.

Gott hat sein Leben gesegnet! Ein Leben für den Herrn der Welt lohnt sich! So lautet Harald Wöhners Fazit und Wahlspruch: „Das Beste kommt noch! Er kommt!“

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