Sommer, Sonne, Strand – und wir

Jugend
Sommer, Sonne, Strand – und wir

Jugendfreizeit in Sardinien

Auch wenn wir drei erst 15 Jahre alt sind, kann das Leben einen manchmal ganz schön verrückte Wege führen. Dieses Mal führte es uns von der Daniel-Schule in Murrhardt auf die Jugendfreizeit nach Sardinien.

Als wir drei Mädels – Alessia, Sylvia und Anna – das erste Mal in die Daniel-Schule kamen, waren wir sehr angetan von den kleinen Klassen. Die Lehrer konnten sich auf diese Weise viel besser um uns kümmern. Wir hatten zuvor in anderen Schulen nicht ganz so gute Erfahrungen gemacht, sodass wir gerne zur Daniel-Schule wechselten. Allerdings kamen wir nicht alle zur gleichen Zeit dort an: Sylvia geht in die zehnte Klasse, Anna und ich gehen in die neunte. So dauerte es eine ganze Weile, bis wir uns zusammenfanden und sind seitdem unzertrennlich.

Unabhängig voneinander wurden wir eines Tages eingeladen, doch mal den Gottesdienst in der örtlichen Adventgemeinde und die Jugendstunde dort zu besuchen. Zuerst wollten wir das nicht, da wir uns sogar ein Stück weit vor einem Treffen mit anderen Jugendlichen aus der Adventgemeinde gefürchtet hatten. Doch dann dachten wir uns: „Einen Versuch ist es wert.“

Der Besuch der Gemeinde wurde zu einer wirklich schönen Erfahrung. Wir fühlten uns wohl, und das, was in der Predigt sowie in den Gesprächskreisen gesagt wurde, machte richtig Sinn. So zog es uns immer wieder dorthin. Irgendwann trauten wir uns auch in die Jugendstunde: Die anderen Jugendlichen wirkten nett und vernünftig, unsere Ängste waren also völlig unbegründet gewesen.

Ab in den Urlaub

Als wir unsere Pläne für den diesjährigen gemeinsamen Sommerurlaub zu dritt in Spanien präsentierten, reagierten unsere Eltern mit eher mäßiger Begeisterung. Erst als wir davon hörten, dass die Baden-Württembergische Vereinigung eine Freizeit für Jugendliche in unserem Großbezirk, die 15 Jahre alt und älter sind, anbietet, stimmten unsere Eltern zu.

Am 24. August ging das Abenteuer los. Mit Kleinbussen fuhren wir über die Alpen und mit der Fähre über das Mittelmeer bis zur Insel Sardinien. Bereits die Fahrt war ein besonderes Erlebnis. Die Gemeinschaft war toll und alle waren bei bester Laune. Als wir endlich auf der Fähre auf das Meer blickten, rief jemand aus der Gruppe aufgeregt: „Es riecht nach Salz! Das ist so genial! Ich bin zum ersten Mal am Meer!“

Unsere Begeisterung hielt an, als wir die Nacht unter freiem Sternenhimmel oben auf dem Deck der Fähre verbrachten. Mit Blick auf die funkelnden Sterne konnten wir nicht anders, als über Gott und seine Schöpfung zu reden. Einer der Jungs meinte, ein Wissenschaftler hätte gesagt: „Wenn ich die Sterne beobachte, ist es, als wenn ich Gottes Gedanken nachlese.“ Während wir noch eine Weile darüber grübelten, sanken wir irgendwann ins Traumland und wurden am nächsten Morgen von einem genialen Sonnenaufgang geweckt.

Als wir schließlich auf dem Campingplatz nahe Porto Torres ankamen und die schönen Bungalows erblickten, in denen wir die nächsten zehn Tage wohnen sollten, war die Überraschung groß. Natürlich zog es uns gleich nach unserer Ankunft ans türkisblau glitzernde Meer! Wir genossen jede Minute, und viele lud das klare Wasser zum Schnorcheln ein. An einer der Buchten, die wir mit den Bussen besuchten, war der Wellengang so stark, dass man die Kraft der Natur und des Wassers am eigenen Leib spüren konnte. Trotzdem hielt uns das nicht davon ab, uns in die Wellen zu schmeißen und so richtig durcheinander wirbeln zu lassen.

Mehr als nur „Fun“

Als einen besonderen Höhepunkt der Freizeit empfanden wir die Andachten und Bibelarbeiten, die einige Jugendliche aus Eigeninitiative auf den Morgen angesetzt hatten. Dabei wurden verschiedene Themen besprochen, wie zum Beispiel „Von der Freundschaft zur Ehe“, „Selbstwert“, „Gott in der Natur entdecken“ und viele weitere – immer wieder gab es etwas Neues zu lernen. 

Am liebsten hätten wir die anderen aus der Gruppe mit nach Hause genommen, um diese Gewohnheit beizubehalten. Besonders herausgefordert fühlten wir uns, als wir selbst morgens vor dem Frühstück Andachten vor der ganzen Gruppe halten sollten. Doch wir hatten das Gefühl, dass Gott uns beistand, und wir merkten, dass so eine Aufgabe eine Chance zum Wachstum ist. Diese Gelegenheit bot sich auch beim Galaabend, den wir als Jugendliche gestalteten. Nachdem wir Mädels eine ganze Zeit lang darüber gegrübelt hatten, wie wir uns einbringen wollen, kam der Abend dann viel schneller als gedacht, und die Zeit wurde richtig knapp. Mit vereinten Kräften wurde jedoch alles rechtzeitig fertig: Die Tische waren mit Decken versehen, schön angerichtete Teller standen bereit, Kerzen brannten und ein Eingangsweg zum Festsaal unter freiem Himmel war mit Teelichtern umrahmt. Da die Kleiderordnung an diesem Abend vorschrieb, dass alle schwarze und weiße Sachen tragen sollten, sah es ganz besonders feierlich aus, als wir in den Bankettsaal einzogen. Die Küche hatte sich viel Mühe gegeben, und die einzelnen Menügänge erinnerten an ein Fünf-Sterne-Restaurant.

Viel zu schnell neigte sich die Freizeit nach fast zwei Wochen ihrem Ende zu. Quer durch die Insel ging es zur Fähre, die in Olbia abfuhr, und dann weiter mit dem Bus über die Alpen zurück nach Deutschland. Was bleibt, sind Erinnerungen an den salzigen Geruch des Meeres gepaart mit dem Verlangen, den Schöpfer von Wind und Wellen noch besser kennenzulernen. So haben Sylvia, Anna und ich uns entschieden, die Bibel weiterhin zu durchforschen und uns eines Tages taufen zu lassen.

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