Wie Blätter im Herbst

Mission
Wie Blätter im Herbst

Mit GLOW-Flyern Licht verbreiten

An einem sonnigen Nachmittag verteilen zwei Freundinnen beim Spazierengehen GLOW-Flyer an Passanten. Ein Kioskbesitzer lässt die jungen Frauen die kleinen Flyer zu verschiedenen Themen auslegen und macht sie mit drei Flüchtlingen aus dem Nahen Osten bekannt. Die Fremden scheinen interessiert am christlichen Glauben. Einige Zeit später werden die drei von Gemeindegliedern herzlich aufgenommen, erhalten irgendwann Bibelstunden und werden schließlich 2017 getauft.

Geschichten wie diese klingen fast etwas utopisch, sind jedoch mittlerweile keine Ausnahme. GLOW wurde 2007 von der Zentralkalifornischen Vereinigung mit dem Ziel gestartet, Gemeindeglieder zu motivieren, in ihrem Alltag Literatur zu verbreiten. Im Englischen bedeutet „glow“ so viel wie „leuchten“ – gleichzeitig steht das Akronym für „unserer Welt ein Licht geben“. Inzwischen ist GLOW auf allen Kontinenten vertreten, allein in Europa in über 22 Ländern. Ein GLOW-Flyer gibt kurze Denkanstöße über verschiedene Themen der Bibel, Gesundheit und aktuelle Zeitereignisse. Da die Broschüren klein und kompakt gestaltet sind, passen sie in jede Hand- oder Jackentasche.

In den Schwachen mächtig

In diesem Zusammenhang fasziniert mich folgendes Bild, das Ellen White in The Publishing Ministry (PM 227.2) benutzt: „Es sollen hunderte von Traktaten wie die Blätter im Herbst ausgestreut werden.“ Stellen wir uns einmal vor, was geschehen könnte, wenn jeder von uns nur drei kleine GLOW-Flyer unter der Woche an andere weitergeben würde. Sei es in öffentlichen Verkehrsmitteln, an einen lange nicht getroffenen Bekannten oder der Verkäuferin als Dankeschön. Selbst in Arztpraxen, Bäckereien und verschiedenen Läden habe ich schon angefragt, ob es möglich sei, GLOW-Flyer zu einem bestimmten Thema auf einem Tisch auszulegen.

Du traust dich nicht? Mir ging es genauso. Doch als ich mir einen Ruck gab, wurde ich immer mutiger. Ich bat Gott, keine Gelegenheit auszulassen, um von ihm Zeugnis zu geben. Und Gott schenkte mir Situationen, in denen ich Menschen persönlich einen solchen Flyer in die Hand geben konnte. Dabei erlebe ich immer wieder, wie stark Gott in meiner Schwachheit ist!

Begegnung mit einem waschechten Missionar

Letztes Jahr, an Heiligabend, war ich auf dem Weg zu einem Hauskreistreffen. Als ich einen Mann ansprach, entgegnete er, dass er kein Deutsch könne und der Flyer ihm somit nichts bringe. ,,No problem!“, antwortete ich mit meinem Möchtegern-Englisch und gab ihm einen GLOW-Flyer auf Englisch. Daraufhin bedankte er sich und las die Überschrift. Der Heilige Geist drängte mich in jenem Moment, ihn doch zu unserem Hauskreisabend einzuladen. Das tat ich dann auch und er willigte nach kurzem Überlegen ein, mitzukommen. Zwei Tage später verteilten wir Das Leben Jesu in der Stadt und er wollte unbedingt dabei sein. Freimütig nutzte er jede Gelegenheit, um anderen von diesem Buch zu erzählen. Ohne es zu wissen, hatten wir jetzt einen waschechten Missionar in unserem Hauskreis. Im Februar stellte er bei einem indischen Kochkurs selbst ein Gericht vor und brachte noch zwei seiner Kommilitonen mit. Da kann man doch nicht anders, als Gott zu loben, oder? Hätte ich damals nicht einen Flyer dabei gehabt, hätten wir diesen jungen Mann nie kennengelernt.

Auf den Gleisen

Vor einiger Zeit war ich auf dem Weg zur Arbeit und wartete auf meinen Zug. Auf dem gegenüberliegenden Gleis fuhr gerade einer ein und ich wunderte mich, dass er hupte und viel zu weit vorne hielt. Als ich zu den Gleisen schaute, sah ich, dass dort ein Mann saß und dem Lokführer signalisierte, einfach weiterzufahren. Augenblicklich war mir klar: „Dieser Mann braucht Gott!“ Also ging ich auf die Gleise direkt auf ihn zu und sprach ihn an. Er weinte und antwortete nicht. Doch als ich näher kam, erzählte er unter Tränen, dass er einfach nicht mehr könne ... Während ich mit ihm redete, stiegen die Leute aus dem Zug aus und fingen an zu filmen. Ich versuchte, ihn von den Gleisen wegzubringen, aber er ließ sich nicht bewegen. „Lass den Zug doch durch“, sagte ich, „ich werde dir zuhören und nicht weggehen.“ Darauf ließ er sich schließlich ein und ich gab einem jungen Mann, der auch auf dem Bahnsteig stand, ein Zeichen, dass er kommen und helfen solle, ihn mit mir auf den Bahnsteig zu bringen.

Als wir oben waren, stellte sich ein weiterer junger Mann zu uns und hörte unserem Gespräch zu. Ich wusste, dass nur wenig Zeit blieb, um ihm von Jesus zu erzählen; deshalb kam ich gleich zur Sache: ,,Glaubst du an Gott?“, fragte ich ihn. Er bejahte es. ,,Was machst du dann hier auf den Gleisen?“, entgegnete ich. Er sagte, dass er einfach alles loslassen wollte. ,,Aber was willst du denn auf den Gleisen?“, fragte ich wieder. ,,Ich will einfach nur ins Paradies! Ich kann nicht mehr!“, antwortete er. Er war Moslem und sprach hin und wieder auf Türkisch mit mir. Daraufhin stellte ich ihm eine Gegenfrage: ,,Was glaubst du, was passiert wäre, wenn du sitzen geblieben wärst und der Zug weitergefahren wäre? Ich sage es dir, Satan hätte gewonnen und hätte das bekommen, was er will – dich tot zu sehen, weil er Gott hasst!“ Der Mann bekam große Augen und versprach, so etwas nicht mehr zu machen. Er war noch immer sehr aufgewühlt und lief hin und her, aber ich hielt Position. Weil die Polizei gleich da sein würde, kam mir der Gedanke, ihm einen GLOW-Flyer zu geben, damit er diesen lesen konnte, wenn es ihm besser ging. Er lehnte ab. Doch da ich wusste, dass er Jesus definitiv brauchte, ließ ich nicht locker.

Nach einem Hin und Her öffnete ich einfach die Brusttasche seiner Jacke und steckte den Flyer hinein. Ich sagte ihm, dass er jederzeit die Nummer auf der Rückseite des Flyers anrufen könne. Manchmal erfordern außergewöhnliche Situationen außergewöhnliche Maßnahmen. ,,Lass mich für dich beten, ich werde direkt mit Gott sprechen vor deinen Augen und du wirst Frieden haben!“, sagte ich. Er schaute mich ungläubig an. ,,Ich habe einen direkten Draht zu Gott! Heute Morgen habe ich schon mit ihm gesprochen und jetzt werde ich vor dir mit ihm sprechen!“ Ich fing an zu beten, und der junge Mann, der mir geholfen hatte, ihn auf den Bahnsteig zu bringen, sagte: „Kommt, wir beten alle mit!“ So faltete er seine Hände und der andere junge Mann aus dem Zug kam ebenfalls dazu. Der Mann, der sich das Leben hatte nehmen wollen, hielt seine Hände offen zum Gebet – so wie es Muslime eben machen. Also standen wir zu viert und beteten in einem Kreis. Als ich fertig war, erhörte Gott das Gebet sofort, denn die Stimmung beruhigte sich. Da kam auch schon die Polizei und trennte uns von dem Mann. Die beiden Jungs fragten mich, was ich ihm denn gegeben hätte; ich erzählte ihnen von GLOW und gab ihnen auch gleich einen Flyer mit.

Das Evangelium der ganzen Welt zu bringen, fängt in unserer Heimatstadt an. Das habe ich aus Erlebnissen wie diesen gelernt. Wo Gott uns hinstellt, können wir ein Segen für unsere Mitmenschen und ein Licht für eine sterbende Welt sein.

Möchtest du mehr Erfahrungen mit GLOW-Flyern hören? Wenn deine Gemeinde Interesse an einem GLOW-Sabbat hat oder du Fragen hast, dann informiere dich hier: www.de.glowonline.org, Tel.: +49 5251 4179517, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!    

Bestellung GLOW-Flyer hier: https://www.adventistbookcenter.de/abc/glow/deutsch/

 

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