Kurzer Anruf, starke Wirkung

Bibeltelefon
Kurzer Anruf, starke Wirkung

Wie per Bibeltelefon Kontakte entstehen

 „Guten Tag, liebe Hörer. Hier ist das Bibeltelefon der Adventgemeinde Karlsruhe. Sie hören Gottes Wort aus Matthäus 18 …“ Diese Ansage ertönt zusammen mit einer Kurzandacht, wenn jemand die Telefonnummer +49 721 32771 wählt. Mehrere hundert Anrufe gehen jeden Monat bei der Adventgemeinde Karlsruhe ein. Auf dem Anrufbeantworter hinterlassen die Personen eine Nachricht oder bitten um persönlichen Kontakt. Auf diese Weise lernten wir zum Beispiel eine ältere Dame kennen. Sie war schon über neunzig Jahre alt. Mit der Zeit wurde das Bibeltelefon zu ihrer täglichen geistlichen Nahrung; sie bat auch um unsere Gebete, da es ihr gesundheitlich nicht gut ging. Im Januar des vergangenen Jahres merkte man bereits, dass ihre Sprache leiser und langsamer wurde. Aber selbst an ihrem Todestag hatte sie am Morgen noch unsere Andacht gehört und sich von Herzen für die bisherige Hilfe bedankt. Zwei Tage später erfuhren wir, dass die alte Dame verstorben war. Doch die Tochter steht bis heute mit uns in Kontakt und hört sich regelmäßig unsere Andachten an. Manches Mal bat sie auch um die Texte in Schriftform, dem wir gerne nachgekommen sind.

Eine weitere Hörerin unseres Bibeltelefons war früher im Büro der katholischen Kirche in Karlsruhe angestellt. Wenn sie abgeholt wird und es ihr gut geht, kommt sie auch das eine oder andere Mal mit zum Gottesdienst. Am Bibelgespräch nimmt sie so aktiv teil, als hätte sie noch nie etwas anderes gemacht. Alle paar Wochen führe ich ein Telefonat mit ihr. Sie hat auch einige unserer Bücher gelesen wie Der bessere Weg oder Das Leben Jesu. Nun hat sie den Bibelfernkurs angefordert mit dem Kommentar: „Es wird mir ja nichts schaden.“

1994 fand zu unserer großen Freude durch den Kontakt über das Bibeltelefon sogar eine Taufe statt. Wahrscheinlich hat unsere heutige Schwester damals unsere Anzeige in der Zeitung gelesen und rief an. Nachdem unser Pastor sie besucht hatte, kam es zu Bibelstunden, und schließlich entschied sie sich zur Taufe.

Feuer und Flamme


Das Bibeltelefon in Karlsruhe nahm in den 80er Jahren seinen Anfang. Damals hörte Bruder Chroust bei einem Missionswerk das erste Mal Telefonandachten. Das inspirierte ihn so sehr, dass er Feuer und Flamme war, in unserer Gemeinde auch so ein Projekt zu starten. Er sprach Texte aus dem Andachtskalender auf Kassetten und spielte diese dann auf das Telefon. Da sein Deutsch jedoch nicht akzentfrei war, wurden das Ehepaar Paul und Hannelore Kissinger bald gebeten, die Andachten zu sprechen. Später kamen noch weitere Helfer dazu. Unser Bruder Chroust wohnte um die Ecke und ging damals jeden Tag in die Gemeinde, um die Nachrichten auf dem Anrufbeantworter abzuhören.

Zudem hatten wir eine sehr hingebungsvolle und missionsfreudige Schwester. Sie besuchte die verschiedenen Anrufer, soweit sie in erreichbarer Nähe waren. Eine Bibel, ein Buch, ein gutes Gespräch und Gebet – das war ihre Mission. Das hat sie bis ins hohe Alter gemacht. Eine Hörerin aus der Pfalz rief sie immer am Abend zu Hause an und sie haben gebetet. Das hat die Dame mir mal am Telefon erzählt. Was da so im Stillen noch alles geschehen ist, wissen wir nicht genau.

Um die Werbeanzeigen in der Zeitung zu finanzieren, wurde ein „Förderkreis Bibeltelefon“ ins Leben gerufen. Eine Reihe von Geschwistern verpflichtete sich, monatlich einen festen Betrag zu Gunsten des Bibeltelefons zu spenden; einige andere übernahmen die Aufbereitung der Anzeigen. Der Förderkreis besteht heute noch, wenn auch in geringerem Umfang.

Viele Stunden Einsatz


In der Anfangszeit wurden die Andachten noch auf Kassetten gesprochen. Daher mussten diese jeden Tag zu einer bestimmten Zeit gewechselt werden. Das war schon eine Herausforderung und funktionierte auch nur, weil Geschwister Kissinger in der Gemeinde wohnten und sich abwechseln konnten. Die Aufnahmekapazität der Kassetten war auch begrenzt, so dass die Andachten zeitlich genau passen mussten. Mittlerweile ist das Ganze einfacher: mithilfe eines Diktiergerätes werden die Texte auf einen Speicherchip gesprochen.

Unsere Ideen für die Inhalte kommen nach wie vor aus verschiedenen Andachtsbüchern. Auch Andachten von der „Stimme der Hoffnung“ haben wir bekommen. Mit der heutigen Technik ist alles viel einfacher. Schwester Hannelore Kissinger bereitet die Andachten vor und ihre Tochter Heidrun spricht diese zu Hause (um Nebengeräusche zu vermeiden) auf das Diktiergerät. Bruder Koch bearbeitet die gesprochenen Texte und lädt diese von seinem PC aus auf den Server der Gemeinde. Schwester Hannelore Kissinger verbringt viele Stunden in der Woche für die Aufbereitung der Andachten. Aber es zahlt sich aus und die vielen Anrufe aus ganz Deutschland bringen das zum Ausdruck.

Mittlerweile werden die Hörernachrichten, die früher manchmal je nach Deutlichkeit mehrmals vom AB abgehört werden mussten, auf meinen Rechner als E-Mail umgeleitet. So ist es viel einfacher, zeitnah zu reagieren. Das Team besteht aktuell aus fünf Geschwistern – wie gut, dass wir so vielfältige Gaben haben!

Anlass genug, um weiterzumachen


„Ich danke schön für das Gotteswort heute Morgen, tschüss.“ „Vielen Dank für die Andacht, das hat mich wieder sehr aufgebaut. Gottes Segen für Sie.“ „Danke für die wunderschöne Predigt.“ „Dankeschön, das war wunderbar, Sie haben die richtigen Worte gefunden.“ „Ich möchte mich bedanken bei euch für die wunderbaren morgendlichen Andachten.“ So oder so ähnlich klingen die Rückmeldungen unserer Hörer. Auch der nachfolgende Nachtanruf ist uns Anlass genug, weiterzumachen: „Ich musste mir den heutigen Beitrag nochmal anhören, und sobald ich in der Lage bin, werde ich ihnen meine Adresse mitteilen und um persönlichen Kontakt bitten, danke!“

Den Hörern, die in den letzten zwei Jahren eine Bibel von uns bekommen haben, wurden auch verschiedene Einladungen zugeschickt: zu Veranstaltungen des DVG oder zur Vortragsreihe über Reformation. Wenn wir die Bibel übersenden, so liegt auch eine Karte für den Bibelfernkurs „Nimm Jesus“ sowie eine Einladung zu unseren Gottesdiensten bei. Wir säen und können nur abwarten, was Gott daraus wachsen lässt.

Seit es die Bibeltelefon-Werbekarten zur Verteilung gibt, werden diese auch von den Geschwistern fleißig in ihren Wohnorten weitergegeben. Wir erfahren davon, wenn als Resonanz dann auch mal aus diesen Orten ein Anruf mit der Bitte um eine Bibel kommt.

Derzeit sind wir auf Spenden und Gaben angewiesen, um weiterhin wöchentlich Anzeigen in verschiedenen Zeitungen zu platzieren. Diese Maßnahme hat die Anzahl der Hörer merklich gesteigert, daher sind wir auch für die bisherige Unterstützung der Vereinigung dankbar.  Im Jahr 2016 durften wir 9.700 Anrufe registrieren. Auch 2017 haben sich 10.089 Anrufer gemeldet. Dem Herrn sei Dank dafür! Im Januar 2018 hatten wir so viele Anrufe wie noch nie in einem Monat, nämlich 993. Gott segnet diese jahrelange Arbeit und wir hoffen, dass sich dadurch noch viele Menschen entscheiden, den Bund mit Christus einzugehen. Es steckt viel Arbeit dahinter und wir werden wohl erst in der Ewigkeit vollständig erfahren, welche Frucht daraus hervorging.

Die aktuellen Bibeltelefon-Rufnummern im Gebiet Baden-Württemberg:

Deutschsprachig

Backnang +49 7191 2299896
Freiburg +49 761 4764892
Freudenstadt +49 7442 8198894
Karlsruhe +49 721 32771
Kornwestheim +49 7141 6963685
Lahr +49 7821 2882885
Überlingen +49 7775 3489995

Russischsprachig

Karlsruhe +49 721 75402987
Singen +49 7733 9998759

Bei Interesse an der Einrichtung eines Bibeltelefons können sich Geschwister bei Rüdiger Engelien melden: Tel.: +49 2244 874014 bzw. +49 172 5268182 oder per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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