Raus aus dem Kopfkino

Lebensgeschichte
Raus aus dem Kopfkino

Befreit aus den Fängen der Esoterik

Alles begann damit, dass meine Mutter schwer erkrankte, als ich zwölf Jahre alt war. So musste ich früh die Rolle der „Starken“ übernehmen. Ich kümmerte mich um meine jüngere Schwester und sorgte dafür, dass der Haushalt und viele andere Dinge erledigt wurden. Dabei lebte ich nicht nur in ständiger Angst, meine Mutter zu verlieren, sondern hatte auch Sorge, die vielen Aufgaben nicht bewältigen zu können. Die kindliche Unbeschwertheit war dahin – schließlich musste ich den Spagat zwischen Teenie-Dasein und Mutterrolle schaffen.

Immer mehr Fragen und Ängste kamen in dieser Zeit in mir auf; und ich erhoffte mir Hilfe. Ich besuchte Wahrsager, um „nur so zum Spaß“ in meine Zukunft zu schauen. Ich ließ Horoskope erstellen, pendelte und legte Tarot-Karten – alles nur, um herauszufinden, ob meine Zukunft mehr für mich bereithielt, als stark sein zu müssen.

In all diesen Jahren ging es meiner Mutter zunehmend schlechter, bis sie schließlich verstarb. Ich war 23, als ich den wichtigsten Menschen in meinem Leben verlor. Meine schlimmsten Ängste hatten sich bestätigt. Ich hatte das Gefühl, in einem Tunnel festzustecken und nur noch zu funktionieren, damit es meiner Schwester und meinem Vater gut ging.

Erste Schritte in die Welt der Esoterik

Als nach einiger Zeit meine Ängste immer schlimmer wurden, empfahl mir eine damalige Freundin, sogenannte „Familienstellen“ zu besuchen. Dabei werden okkulte Praktiken eingesetzt, um Erlebnisse aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Der erste Schritt in die Welt der Esoterik war somit getan. In kürzester Zeit war ich auch in Reiki eingeweiht – eine Praktik, bei der man durch Handauflegen und Einsatz von Energien sich selbst und andere Menschen heilt.

Diese Art von „Weißer Magie“ führte dazu, dass ich mich kurz nach den Treffen besser fühlte. Doch meine Ängste waren nach wie vor da – und wurden Tag für Tag schlimmer. Furchtbare Bilder entstanden in meinem Kopf, wie aus einem Horrorfilm. Ich sah vor meinem inneren Auge, wie ich Anderen schlimme Dinge antat. Da ich von Natur aus ein herzlicher Mensch bin, konnte ich dieses Kopfkino fast nicht aushalten. Es beschäftigte mich Tag und Nacht; ich dachte jede Sekunde, dass ich verrückt werde.

Die letzte Rettung

So beschloss ich eines Tages, Hilfe bei einer Psychologin zu suchen. Diese teilte mir jedoch mit, dass sie mir nicht helfen konnte und mein Zustand wohl so bleiben würde. Als ich an diesem Tag die Praxis verließ, beschloss ich: „Jetzt mache ich dem Ganzen ein Ende!“ So wollte ich nicht mehr leben ... Um ein letztes Mal nach Hilfe zu suchen, googelte ich im Internet nach „schlechten Gedanken“ und stieß auf ein christliches Buch: darin ging es um Glauben und Gebet. Ich hatte bisher nur bei einer Person das Gefühl gehabt, dass der Glaube in ihrem Leben eine große Rolle spielte – und das war meine ehemalige Arbeitskollegin und Freundin Dori. Ich erinnerte mich daran, dass sie betete, regelmäßig in die Kirche (Adventgemeinde) ging und „positiv anders“ war. Also nahm ich allen Mut zusammen und fuhr zu ihr. Ich hatte Fragen und hoffte, sie würde Antworten für mich parat haben. 
Als ich bei Doris Haus ankam, dachte ich, mein Leben ginge zu Ende. Mein ganzer Körper zitterte und ich konnte kaum sprechen – es ging mir so schlecht wie noch nie. Das wurde immer schlimmer, je näher ich dem Haus kam. Doris einjährige Tochter begann sofort hysterisch zu schreien, als sie mich sah, und beruhigte sich erst, als sie in ihrem Bettchen lag und mich nicht mehr sehen konnte. Ich fragte Dori und ihren Mann Gerhard, was mit mir los sei. Anhand von Bibelstellen erklärten mir die beiden, dass ein Kampf um mich stattfand.

An diesem Abend hörte ich zum ersten Mal davon, dass es Gut und Böse gibt. Und ich verstand den schrecklichen Kampf in mir. Mir wurde klar, dass ich mich für die falsche Seite entschieden hatte. An diesem Abend übergab ich Jesus mein Leben. Ich wusste weder, wer Jesus war, noch was er mit meinem Leben zu tun hatte. Ich wusste nur: Er war meine letzte Chance. Bei einem Absagegebet lud ich Jesus ein, in mein Leben zu kommen.

Auf der Rückfahrt nach Hause hatte ich am selben Abend einen Autounfall. Ich landete im Graben, kam jedoch unbeschadet davon. Da begriff ich den Ernst der Lage, aber auch, dass Gott bei mir war. Die Wochen darauf waren geprägt von einem ständigen Kampf. Es fühlte sich an, als ob alles in mir zerreißt; ich fand keine Ruhe. Ängste plagten mich, dass ich letztlich doch in der Psychiatrie landen würde. In dieser Zeit war Dori für mich da und beruhigte mich mehrfach am Tag, indem sie sagte: „Alles wird gut!“ Ich hatte Mühe, das zu glauben; aber ich wusste: es ist meine einzige Chance. Wenn ich in Gottes Wort las, ging es mir plötzlich gut, und ich kam zur Ruhe.

Aufräumaktion

Mein neuer bester Freund startete eine „Aufräumaktion“ und gab mir jeden Tag Aufgaben, durch die ich erkannte, was nicht richtig war in meinem Leben. So entsorgte ich Tarot-Karten, Buddha-Statuen und anderen Esoterik-Kram, der damit zu tun hatte. Erst als alles vernichtet war, ging es mir wieder gut. Dazu trug auch meine neue Familie im Glauben bei, die ich bei meinen Gottesdienst-Besuchen kennenlernte. Zwei Jahre lang beteten die Geschwister für mich, noch bevor ich überhaupt einen Fuß in die Gemeinde Esslingen setzte. Auf meinem Glaubensweg las ich anfangs fast ausschließlich in der Bibel. Wenn ich Fragen hatte, rief ich Dori und Gerhard an, die mir weiterhalfen. Als ich die Bedeutung und den Auftrag der Gemeinde verstand und das erste Mal den Gottesdienst besuchte, wurde ich mit offenen Armen empfangen. Mit Gesten und Worten versicherten mir die Geschwister, dass jetzt alles gut wird.

Innerhalb weniger Wochen drehte sich mein Leben um 180 Grad. Ich erkannte, welche Dinge mir schaden und entdeckte in der Bibel einen Leitfaden für mein neues Leben. Ein absolutes Geschenk! Es sind so unendlich viele Dinge in dieser Zeit geschehen, die ich leider nicht alle hier erzählen kann. Doch was ich mit Sicherheit sagen kann: Jesus hat mein Leben gerettet. Und dafür bin ich ihm unendlich dankbar. Ich darf mit anderen Jugendlichen in unseren Gemeinden über meine Erfahrung sprechen und ihnen zur Seite stehen. Wenn Jesus das nicht ermöglicht hätte, wäre ich heute nicht mehr hier.

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